Anteil im Streubesitz soll auf über 40% steigen: Axel Springer AG verkauft eigene Aktien

23.04.2010
 

Die Axel Springer AG will ihren Aktien-Anteil im Streubesitz auf über 40% erhöhen, derzeit sind es rund 23%. Noch im laufenden Quartal sollen annähernd alle eigenen Aktien, die das Unternehmen hält, sowie das komplette Springer-Aktienpaket der Deutschen Bank auf den Markt kommen. Darauf haben sich Vorstand und Aufsichtsrat am Freitag geeinigt. Zum Zug kommen allerdings nur institutionelle Anleger.

Die Axel Springer AG will ihren Aktien-Anteil im Streubesitz auf über 40% erhöhen, derzeit sind es rund 23%. Noch im laufenden Quartal sollen annähernd alle eigenen Aktien, die das Unternehmen hält, sowie das komplette Springer-Aktienpaket der Deutschen Bank auf den Markt kommen. Darauf haben sich Vorstand und Aufsichtsrat am Freitag geeinigt.

Axel Springer selbst will demnach rund 2,93 Mio eigene Aktien (etwa 8,9% des Grundkapitals) verkaufen. Die Deutsche Bank veräußert ihre 2,75 Mio Springer-Aktien, das entspricht rund 8,3% des Grundkapitals.

Die Aktienpakete sollen bei institutionellen Anlegern untergebracht werden, die bisherigen Springer-Aktionäre dürfen nicht zuschlagen. Die Ausgabe der Aktien läuft gegen Barzahlung. Zudem stellt Springer das Vorhaben unter den Vorbehalt "geeigneter Marktbedingungen", sprich: bei zu niedrigem Aktienkurs platzt die Sache. Die Aktionärs-Hauptversammlung hat dem Springer-Management bereits eine entsprechende Vollmacht ausgesprochen, die auf der Versammlung am heutigen Freitag erneuert werden soll.

Mehrheitseigner der Axel Springer AG ist die Axel Springer Gesellschaft für Publizisitik, die fast vollständig im Besitz von Verleger-Witwe Friede Springer ist. Weitere 7% hält Friede Springer direkt, knapp 10% sind eigene Aktien. Die Deutsche Bank hält bisher das 8,3%-Aktienpaket, das sie jetzt an die Börse bringen will.

Die Deutsche Bank sitzt seit Ende 2008 auf den Springer-Aktien, die sie damals vom Finanzinvestor Hellman & Friedman übernommen hatte - der Verkauf war seitens der Bank fest eingeplant, sobald sich die Märkte von Krise wieder erholt haben (kress.de vom 18. Dezember 2008). Hellman & Friedman war ursprünglich mit knapp 20% bei Springer eingestiegen, der Investor hatte 2003 die Anteile ebenfalls von der Deutschen Bank übernommen; sie lagerten dort als Pfand. Vorher gehörte das Paket TV-Zar Leo Kirch, der aber bekanntlich Pleite machte.

Die Axel Springer AG ist im SDAX gelistet, kürzlich hatten Analysten ihre Erwartungen für die AG aufgrund positiver Quartalszahlen nach oben geschraubt (kress.de vom 21. April 2010).

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.