Wechsel an der Spitze einer WAZ-Eigentümerfamilie: Klaus Schubries wird Sprecher des Funke-Stammes

 

Eine kurze Pressemitteilung mit nicht ganz unwichtigem Inhalt: Klaus Schubries wird Sprecher der Funke-Familien-Gesellschaft (FFG). Nie gehört, FFG? Die Gesellschaft hält 50% an der WAZ-Gruppe. In den vergangenen fünf Jahren leitete Stephan Holthoff-Pförtner, bekannter Rechtsanwalt und Adoptivsohn von WAZ-Gesellschafterin Gisela Holthoff, die Geschicke des Familenstamms.

Eine kurze Pressemitteilung mit nicht ganz unwichtigem Inhalt: Klaus Schubries wird Sprecher der Funke-Familien-Gesellschaft (FFG). Nie gehört, FFG? Die Gesellschaft hält 50% an der WAZ-Gruppe. In den vergangenen fünf Jahren leitete Stephan Holthoff-Pförtner, bekannter Rechtsanwalt und Adoptivsohn von WAZ-Gesellschafterin Gisela Holthoff, die Geschicke des Familenstamms.

Zur Orientierung: Die WAZ-Gruppe besteht aus zwei Familienstämmen, den Brosts und den Funkes. Das sind die Gründerfamilien der WAZ-Gruppe. Jeder Familienstamm bestellt einen Geschäftsführer. Die Brosts haben seit Jahren Bodo Hombach (früher SPD) engagiert, die Funkes Christian Nienhaus (früher u.a. Springer).

Entscheidend für die wegweisenden Entscheidungen der WAZ-Gruppe ist, wie die beiden Stämme zusammenspielen und auch, ob sie jeweils unter sich einer Meinung sind. Die langjährigen WAZ-Chefs Erich Schumann und Günther Grotkamp waren eigentlich wie Feuer und Wasser, zogen in geschäftlichen Angelegenheiten aber meistens an einem Strang. Stamm-intern sah das nach deren Abtritt von der operativen Geschäftsführung lange anders aus. Während der Brost-Clan halbwegs einmütig seine Entscheidungen zu treffen schien, gab es im Funke-Stamm immer mal wieder Reibereien und sogar Auseinandersetzungen vor Gericht.

Denn gleich drei Familien halten jeweils ein Drittel Anteile in diesem Clan - die Holthoffs, die Schubries' und die Grotkamps. Hinter den Namen stehen die Töchter von WAZ-Mitgründer Jakob Funke. Nach fünf Jahren wechselt jeweils die Geschäftsführung der FFG. Gisela Holthoff hatte Stephan Holthoff-Pförtner 2005 mit dem Job beauftragt. Nun folgt Renate Schubries´ Ehemann Klaus Schubries als FFG-Geschäftsführer und Sprecher. Nach fünf Jahren wäre dann wieder Petra Grotkamp oder ein von ihr Bevollmächtigter an der Reihe.

Während sich die Eheleute Schubries und die Holthoffs weitgehend einig zu sein scheinen, was die Entscheidungsstrukturen angeht, kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Konflikten zwischen dem Ehepaar Grotkamp und seinen Mitgesellschaftern. Denn während letztere innerhalb der FFG Mehrheitsentscheidungen für ausreichend halten, drängen die Grotkamps seit langem auf das Prinzip der Einstimmigkeit. Ebenso hatten die Grotkamps ihre Mitgesellschafter verklagt, weil diese ohne ihre Zustimmung die Erlöse aus einem Verkauf von RTL-Anteilen unter den Gesellschaftern verteilt hatten.

Holthoff-Pförtner, der auch in der Immobilienbranche aktiv ist und als Anwalt lange Jahre Altbundeskanzler Helmut Kohl vertrat, ist es in den vergangenen fünf Jahren gelungen, gemeinsam mit dem Brost-Stamm die Strukturen innerhalb der WAZ zu verschlanken und schnellere Entscheidungen zu ermöglichen. Eine Entscheidungsblockade wurde weitgehend aufgelöst. Geholfen hat dabei auch, dass Holthoff-Pförtner, der von diesem angeworbene Nienhaus und Bodo Hombach trotz politisch unterschiedlicher Coleur gut miteinander auszukommen scheinen.

Aktuell steht bei der WAZ die Entscheidung über den Start einer Wochenzeitschrift an, die von Ex-"Spiegel"-Chef Stefan Aust entwickelt worden ist. Gemeinsam mit Partnern könnte der Essener Medienkonzern die "Woche" (möglicher Titel) an den Kiosk bringen. Holthoff-Pförtner befürwortet das Projekt, angeblich gilt das Gleiche für Klaus Schubries. Doch sicher, das zeigt die Konstellation in der FFG, ist das nicht.

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