Spirituelles Frauenmagazin: Bauer importiert "Happinez" aus Holland

06.05.2010
 

Im Kioskregal für Frauentitel wird es ab August noch etwas enger: Die Bauer Media Group startet zum 26. August 2010 "Happinez", eine Lizenzausgabe des gleichnamigen holländischen Titels aus dem Verlag WPG. Darin geht es um Weisheit, Psychologie und Spiritualität – ein Themenspektrum, in dem sich Bauer bislang nicht hervorgetan hat. "Mit 'Happinez' eröffnen wir ein neues Segment im deutschen Zeitschriftenmarkt", so Jörg Hausendorf, Verlagsgeschäftsführer Bauer Women, zu kress.

Im Kioskregal für Frauentitel wird es ab August noch etwas enger: Die Bauer Media Group startet zum 26. August 2010 "Happinez", eine Lizenzausgabe des gleichnamigen holländischen Titels aus dem Verlag WPG. Darin geht es um Weisheit, Psychologie und Spiritualität – ein Themenspektrum, in dem sich Bauer bislang nicht hervorgetan hat.

"Mit 'Happinez' eröffnen wir ein neues Segment im deutschen Zeitschriftenmarkt", so Jörg Hausendorf, Verlagsgeschäftsführer Bauer Women, zu kress. Tatsächlich ist das Heft irgendwo zwischen "Brigitte", "Emotion" und "Vital" positioniert – ein neuer Mix.

Das "Mindstyle-Magazin"

Der Untertitel von "Happinez" lautet "Mindstyle Magazin". Das stehe für "die Verbindung von Geist und Herz", so Hausendorf. Er sieht es in einer Ecke mit "Merian": ein Mix zwischen Buch und Zeitschrift, ein klassischer Abotitel mit Sammlerwert. Jedes Heft hat ein Schwerpunkt-Thema, beispielsweise "Zeit", "Schönheit" oder "Freiheit". Charakteristisch ist das "Loch" auf dem Titelblatt – eine markenrechtlich geschützte Optik.

Als Leserinnen hat Hausendorf 30- bis 50-jährige Frauen im Auge, die schon alles haben und sich nun Gedanken um den Sinn des Lebens machen (können). "Die Leserinnen sind keine Esoterikerinnen oder gar Aussteigerinnen – sie sind moderne, selbstbewusste Frauen, denen Stil und Qualität sehr wichtig sind und die Produkte bevorzugen, die ihrer naturbezogenen und nachhaltigen Lebensart entsprechen", umreißt Hausendorf die Zielgruppe. Rubriken wie "Leben und Wohnen", "Reisen" und "Wellness" bieten ebenso wie diverse Produktseiten Ansatzpunkte für potentielle Werbekunden. In den Niederlanden gehören u.a. Unilever und Nestlé zu den größten Kunden.

"Happinez" wird in Deutschland zunächst 4,95 Euro kosten – mit Luft nach oben. In den Niederlanden liegt der Heftpreis bei 5,75 Euro. Das Magazin erscheint zweimonatlich, 2010 erscheinen insgesamt drei Ausgaben (August, Oktober, Dezember). Hausendorf hält einen Absatz von bis zu 300.000 Exemplaren längerfristig für denkbar – angesichts der Auflagenentwicklung in den Niederlanden. Dort setzt WPG im Durchschnitt rund 200.000 Hefte ab – für ein Land mit 16 Mio Einwohnern eine ordentliche Größe. Zum Start druckt Bauer erst einmal 150.000 Exemplare. Um das Heft im Lesermarkt bekannt zu machen, plant der Verlag eine Printkampagne sowie PoS-und Social-Media-Aktionen.

Von den 144 Seiten, die "Happinez" in Deutschland schwer sein wird, sollen rund 80 Seiten aus dem holländischen Mutterheft kommen. Die Chefredaktion hat Uwe Bokelmann inne, bei Bauer bereits gut beschäftigt als redaktionelles Oberhaupt von "TV 14", "TV hören und sehen" und "Welt der Wunder". Sein Team hat er sich inhouse aus verschiedenen Redaktionen zusammengestellt.

Bauer erweitert sein Portfolio

"Happinez" erweitert das Portfolio des eher auf wöchentliche Billigheimer spezialisierten Verlags um einen hochpreisigen Titel. Für Anzeigenkunden könnten sich neue Kombinationen ergeben, beispielsweise mit "Maxi", die bislang eher allein auf weiter Flur steht. Zum Start kostet eine Anzeigenseite in "Happinez" 12.000 Euro, Haupteinnahme-Quelle soll aber zunächst der Vertrieb sein.

Zwar gibt es inhaltlich Schnittmengen mit Frauenzeitschriften wie "Brigitte Woman" und "Emotion" oder Gesundheitstiteln wie "Vital" und "Brigitte Balance", richtige Wettbewerber mit gleichem Konzept gebe es auf dem Lesermarkt aber nicht, sagt Hausendorf. Mitte April startete der vergleichsweise kleine Panini Verlag, bislang eher bekannt für Comichefte, ein ähnlich gewichtetes Heft: "Sensa" (kress.de vom 29. März 2010). Mit einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren spielt das Heft aber in einer anderen Liga als Bauers Neustart. Auf dem Anzeigenmarkt muss "Happinez" freilich mit allen Frauenzeitschriften um die knapper werdenden Werbebudgets kämpfen.

Erfolgreich im Nachbarland

In den Niederlanden hat "Happinez" eine Erfolgsgeschichte hingelegt: Inez van Oord hat die Zeitschrift gegründet und war bis vor kurzem auch Chefredakteurin. Sie verkaufte es Anfang 2008 an WPG. Während sich die Auflage kontinuierlich nach oben entwickelt, brachen die Anzeigenumsätze zuletzt krisenbedingt ein. 2009 hatte eine Ausgabe im Durchschnitt aber immerhin noch 34 Anzeigenseiten.

Die deutsche ist die erste Lizenzausgabe des Magazins, der Impuls ging von Bauer aus. Hausendorf hat nach eigener Aussage bereits im Februar 2008 Interesse angemeldet, bis zum endgültigen Lizenzvertrag dauerte es dann noch ein wenig. Laut Hausendorf sind für Bauer und den Lizenzgeber "Happinez"-Ausgaben auch in anderen Ländern vorstellbar, in denen Bauer präsent ist, beispielsweise in den USA oder Großbritannien, aber auch in Russland.

Fazit: Hochwertig, geschmackvoll – und ziemlich spirituell

"Happinez" wirkt hochwertig, das Layout ist großzügig und geschmackvoll gestaltet mit vielen Fotostrecken und angenehmer Bildsprache. Das Cover mit der eigenwilligen Optik wird am Kiosk sicher auffallen. Der durchgängige Feel-Good-Journalismus mit spiritueller Note mag den Geschmack vieler Leserinnen treffen – er erinnert in Teilen an die höchst erfolgreiche "Landlust". Man würde einen solchen Titel eher aus einem Hause wie Gruner + Jahr erwarten. Bauer wird nun zeigen müssen, ob er eine solche Zeitschrift redaktionell und grafisch wuppen kann.

Die Anzeigenvermarktung erfolgt durch die Bauer Media KG. Anzeigenkontakt: Alexander Kratz, Gesamtanzeigenleitung People & Lifestyle, Tel.: 040-3019-3142, E-Mail: alexander.kratz(at)bauermedia.com.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.