Das neue "Welt Online" im kress-Check: Gut vernetzt nach innen und außen

01.06.2010
 

Es holpert noch ein wenig, aber der neue Anstrich von "Welt Online" kann punkten: "Journalismus sonst nichts" wolle man bieten, schreibt Vize-Chef Oliver Michalsky in einer ausführlichen Einführung. Viel Ballast musste über Bord, dafür haben die Macher über die Seite hinweg viele Anker gesetzt, die in die Themen locken. Ebenso prominent platziert sind die "Share"-Buttons, um Inhalte leichter ins Web 2.0 sickern zu lassen.

Es holpert noch ein wenig, aber der neue Anstrich von "Welt Online" kann punkten: "Journalismus sonst nichts" wolle man bieten, schreibt Vize-Chef Oliver Michalsky in einer ausführlichen Einführung. Viel Ballast musste über Bord, dafür haben die Macher über die Seite hinweg viele Anker gesetzt, die in die Themen locken. Ebenso prominent platziert sind die "Share"-Buttons, um Inhalte leichter ins Web 2.0 sickern zu lassen.

Optisch ist die neue Seite etwas gewöhnungsbedürftig: Vor allem die neue fixe Fußleiste erregt die Gemüter der angestammten Nutzerschaft, weil sie doch etwas Unruhe stiftet. Sie klebt permanent am unteren Bildrand und informiert jederzeit über Meist-Gelesenes, die Anzahl neuer Kommentare und Artikel und bietet Zugriff auf die Suche ("powered by Neofonie") oder eben Buttons, über die Texte in Facebook, Twitter & Co. exportiert werden können.

Groß und in Farbe prangen die Social-Networks-Logos noch einmal eingangs jeder Seite und verführen die Leser erneut, Empfehlungen auszusprechen. Die Macher nehmen offenbar die zunehmende Relevanz und Konkurrenz sozialer Netzwerke für ihr Nachrichtenmedium ernst und binden sie entsprechend ein.

Haltepunkt für den Texteinstieg ist auch die Zeile "In den Nachrichten" direkt unter der Kopfzeile. Die Redaktion stößt die Leser nochmals auf die Top-Themen des Tages, auch wenn sie am Abend von Aktuellem von der Aufmacher-Seite gespült worden sind. Sobald eine Eilmeldung eintrifft, färbt sich die Zeile zugunsten der Breaking News rot ein.

Stichwort Startseite: Hier hat die Redaktion alte Zöpfe abgeschnitten und die rechte Randspalte ausgemistet, auf der bisher Info-Modulen zu Wetter, Börsenkursen - und Werbung - geboten wurden. Stattdessen werden weitere Artikel serviert. Im Aufmacher-Umfeld lenkt lediglich ein chronologischer Nachrichtenticker die Leserblicke auf aktuelle News. Der Aufmacher-Artikel verweist zudem direkt auf ein zugehöriges Themen-Dossier, für das die "welt.de"-Redaktion ein wenig zum großen Wettbewerber "Spiegel Online" geschielt haben mag.

Die Kopfzeile wurde im Vergleich zur Vor-Version deutlich eingedampft, das jetzt kleinere Logo rückt nach links. Gut sichtbar lagert oben eine Hauptnavigation zur ersten Orientierung, aus Nachrichten (mit den Ressorts Politik, Wirtschaft, Geld, Sport, Panorama, Kultur, Wissen, Gesundheit), Debatte (Meinung und Kommentare), Schönes Leben (Reise, Lifestyle, Motor, Satire und Spiele) und Marktplatz (weitere Dienstleistungen).

Auf den Artikelseiten haben die Macher die Info-Module (Umfragen, Video, weiter führende Links oder Themen-Dossiers) an den Rand gekehrt, um den Lesefluss zu erleichtern. Für die Überschriften hat sich die Redaktion für die Schriftart "Times" entschieden, eine für Onlineseiten eher unüblich Wahl. Reine Nachrichtenbeiträge erscheinen künftig in der Farbe rot, Kommentare und meinungsstarke Stücke werden blau markiert.

Die "welt.de"-Nutzer tun sich noch schwer mit der neuen Anmutung, wie erste bissige Kommentare belegen. Berührungsängste gibt es mit den neuen Tools, vor allem der Fußleiste, und der gewöhnungsbedürftigen Optik. Einige vermissen gewohnte Elemente der ehemaligen Randspalte, zudem führen aktuell noch einige Links ins Leere oder einzelne Schriftzüge liegen noch nicht optimal. Lob gebührt den Machern dennoch für die konsequente Quer-Vernetzung der Inhalte auf der Seite sowie der steten Anbindung an Social Networks.

"welt.de" hatte zuletzt bei der IVW knapp 30 Mio Visits im Monat, vor rund einem Jahr waren es noch gut 21 Mio. Die Konkurrenten von "sueddeutsche.de" lagen jüngst knapp dahinter mit 26 Mio Visits, "faz.net" kommt auf knapp 20 Mio. Mit großem Abstand vorne liegt "Spiegel Online", im April verzeichnete die Seite mehr als 124 Mio Visits.

Ihre Kommentare
Kopf

Daniel

01.06.2010
!

Schön gemacht, liebe Kollegen.
Da sind einige gute Ideen umgesetzt worden.
Gruß!

P.S. "Mit großem Abstand vorne liegt "Spiegel Online", im April verzeichnete die Seite mehr als 124 Mio Visits." --> BILD.de 137 Mio Visits


Marc

01.06.2010
!

Eine Sehr innovative Seite, mit vielen interessanten Details. Vor allen Dingen die Reduzierung der Werbung ist sehr mutig.

Gruß!

PPS: T-Online hat übrigens als größtes Nachrichtenangebot im deutschensprachigen Internet 403 Mio. Visits - aber macht euch nichts daraus liebe Kollege - Kleinvieh macht auch Mist!


sudelede

03.06.2010
!

@Marc: Ja, aber nur, weil da die T-Online-Nutzer beim Ein- und Ausloggen immer automatisch draufkommen. Durchschnittliche Verweildauer vielleciht 10 Sekunden! Die Inhalte dort sind auch überall woanders zu finden.


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