Nach der Verleger-Schelte: Deutsche Politik nimmt Apple ins Visier

06.06.2010
 

Die hiesigen Zeitschriftenverleger warten in der Sache bis heute auf eine Antwort von Steve Jobs. Jetzt hat die vermeintliche Regulierungswut von Apple auch die deutsche Politik auf den Plan gerufen. Laut "Spiegel" prüfen die Rundfunkreferenten der Länder, ob man Apple gesetzlich zwingen kann, Produkte in seinen App Store für iPhone und iPad aufzunehmen. "Die inhaltliche Einflussnahme von Apple ist ein Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen können", zitiert das Magazin Nikolas Hill, Hamburgs Staatsrat für Medien.

Die hiesigen Zeitschriftenverleger warten in der Sache bis heute auf eine Antwort von Steve Jobs. Jetzt hat die vermeintliche Regulierungswut von Apple auch die deutsche Politik auf den Plan gerufen. Laut "Spiegel" prüfen die Rundfunkreferenten der Länder, ob man Apple gesetzlich zwingen kann, Produkte in seinen App Store für iPhone und iPad aufzunehmen. "Die inhaltliche Einflussnahme von Apple ist ein Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen können", zitiert das Magazin Nikolas Hill, Hamburgs Staatsrat für Medien.

Weil der Konzern aus Cupertino wiederholt Inhalte von Verlagen aus seinem Software entfernt oder gar nicht erst zugelassen habe, prüfen die Rundfunkreferenten der Bundesländer dem Bericht zufolge jetzt, ob man Apple auf ähnliche Weise an die Kandare nehmen könnte wie Kabelnetzfirmen oder andere Plattformbetreiber. Eine solche Verpflichtung sei im Rundfunkstaatsvertrag fixiert, auf Internetplattformen wie den App Store habe sie bisher aber keine Anwendung gefunden.

Auf Initiative Hamburgs sondiert eine Arbeitsgruppe der Rundfunkkommission laut "Spiegel" nun, ob die Regelung ausgeweitet wird. Eine Umsetzung soll aber nicht ganz einfach sein.

Deutsche Verleger hatten wegen Apples strenger App-Kontrolleure das Wort "Zensur" in den Mund genommen. Nacktbilder seien dort etwa untersagt und der Zugriff auf Nutzungsdaten werde verwehrt. Dass Apple rund 30% der Werbeerlöse einstreicht, schmeckt den Verlegern auch nicht.

Teil-Erfolg an der Busen-Front

Ob die Verleger-Schelte made in Germany zu Apple-Boss Steve Jobs durchgedrungen ist - unklar. Immerhin gibt es einen Teil-Erfolg an der Busen-Front: Besitzer eines iPhones oder iPads sollen die Seite-1-Mädchen von"Bild" wieder in voller Pracht bestaunen dürfen. Also mit blanken Brüsten. Apple habe damit kein Problem mehr, wird ein Axel-Springer-Sprecher vom "Spiegel" zitiert.

Für die deutsche Ausgabe des "Playboy" heißt es im App Store derweil weiter: Draußen bleiben! Owohl das Magazin offenbar eine recht züchtige App mit einem Video über zwei leichter bekleidete Frauen vorgelegt hat. Apples Entscheidungen seien völlig intransparent, schimpft "Playboy"-Verlagschef Vernon von Klitzing. Es habe keinen Hinweis gegeben, was an der App störe. Und wieder fällt das böse Wort: "Das ist Zensur." Was am Kiosk verkäuflich sei, müsse auch im App Store angeboten werden können.

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