Murdoch kauft E-Reader-Plattform Skiff: News Corp. investiert in digitale Zukunft

 

News Corp. hat die E-Reader-Plattform Skiff von Hearst übernommen. Zudem investiert Rupert Murdochs Medienkonzern in Journalism Online, ein Unternehmen, das Verlagen hilft, Bezahlschranken zu errichten. Finanzielle Einzelheiten zu den beiden Transaktionen hat News Corp. nicht veröffentlicht. Auch personell unterstreicht der Konzern

News Corp. hat die E-Reader-Plattform Skiff von Hearst übernommen. Zudem investiert Rupert Murdochs Medienkonzern in Journalism Online, ein Unternehmen, das Verlagen hilft, Bezahlschranken zu errichten. Finanzielle Einzelheiten zu den beiden Transaktionen hat News Corp. nicht veröffentlicht. Auch personell unterstreicht der Konzern seine Ambitionen auf dem Wachstumsfeld Internet-Journalismus: Jon Housman wurde zum President Digital Journalism Initiatives ernannt.

Housman arbeitete in den vergangenen Jahren als strategischer Berater für News Corp., vor allem für Fox Entertainment Group, Fox Interactive Media and NDM. Nun soll Housman das Geschäft mit kostenpflichtigen journalistischen Inhalten in digitaler Form vorantreiben und managen. Er berichtet an Jon Miller, Digital-Chef der News Corp. Miller sieht Skiff und Journalism Online als Bausteine der Strategie, die Verlagsbranche umzubauen und dem Leser auch weiterhin Zugang zu Qualitätsjournalismus zu ermöglichen.

Skiff, entwickelt vom US-Medienkonzern Hearst, ist kein elektronisches Lesegerät im Sinne von Amazon Kindle, oder dem Nook von Barnes & Noble. Zwar gibt einen Prototypen (Foto), den man bereits öffentlich vorführte, der Clou ist aber vielmehr die Technologieplattform, die es Verlagen erlauben soll, möglichst reibungslos ihre bisher gedruckten Inhalte auf elektronische Lesegeräte hinüberzuretten. Skiff soll das Layout inklusive hochauflösender Grafiken und aufwändiger Typographie auf verschiedenen Hardware-Plattformen darstellen können.

Journalism Online bietet mit Press+ eine E-Commerce-Platform, mit deren Hilfe Verleger den Zugang zu ihren Inhalten regulieren können. Die Leser bräuchten nur noch einen Account, um Zugang zu verschiedenen Angeboten zu erhalten, vorausgesetzt, Press+ wird von den jeweiligen Seiten eingesetzt. Dabei können die Verlage festlegen, ob die Inhalte vollkommen kostenlos sind, nur eine gewisse Anzahl von Abrufen kostenlos ist oder eine Bezahlschranke für alle gilt.  kress hatte im März ein Gespräch mit Merrill Brown von Journalism Online über Paid Content geführt.

Hintergrund: Ende 2009 kündigte Murdoch an, im Digital-Geschäft mit den US-Zeitschriftenverlagen Condé Nast, Hearst, Time und Meredith an einer Online-Vertriebsplattform für digitale Magazine arbeiten zu wollen (kress.de vom 7. Dezember 2009). Da hatte Hearst bereits seinen Skiff präsentiert. Mit dem nun erfolgten Kauf der Plattform könnte Murdoch seine Führungsrolle bei der Zusammenarbeit mit den anderen Verlagen unterstreichen wollen.

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