Kapitalbedarf für Zukäufe und Produktneuheiten: Außenwerber Ströer geht an die Börse

21.06.2010
 

Außenwerber Ströer Out-of-Home Media AG drängt an die Börse: Noch 2010 will das Unternehmen neue Aktien auf dem Frankfurter Parkett anbieten und rund 275 Mio Euro erlösen. Die Gesellschafter Udo Müller (Foto, Gründer und CEO) und Dirk Ströer (Aufsichtsrat) behalten ihre Papiere. Müller will Schulden abbauen, um finanziell flexibler zu werden. Die zusätzliche Kohle soll zudem in neue, digitale Produkte fließen und für Zukäufe herhalten.

Außenwerber Ströer Out-of-Home Media AG drängt an die Börse: Noch 2010 will das Unternehmen neue Aktien auf dem Frankfurter Parkett anbieten und rund 275 Mio Euro erlösen. Die Gesellschafter Udo Müller (Foto, Gründer und CEO) und Dirk Ströer (Aufsichtsrat) behalten ihre Papiere. Müller will Schulden abbauen, um finanziell flexibler zu werden. Die zusätzliche Kohle soll zudem in neue, digitale Produkte fließen und für Zukäufe herhalten.

In Polen hat Ströer bereits die Übernahme der News-Corp-Tochter News Outdoor Poland eingetütet. Der Kaufpreis liegt bei rund 26 Mio Euro. Die polnischen Kartellis müssen den Deal allerdings noch genehmigen, im dritten Quartal soll aber alles unter Dach und Fach sein. News Outdoor Poland erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008/2009 etwa 17,2 Mio Euro, Ströer bietet damit rund 20.800 Werbeflächen in 16 polnischen Städten an.

Bei der türkischen Ströer-Tochter Ströer Kentvizyon, bislang ein 50:50-Joint Venture mit Akademi Reklam, will Ströer seinen Anteil auf 90% aufstocken. In beiden Märkten rechnet Ströer perspektivisch mit einem Anstieg der Werbeausgaben. Erklärtes Ziel von Ströer ist, mit Akquisitionen den zerstückelten Außenwerbemarkt zu einen, um landesweite Angebote für die Werbekunden machen zu können. Nach eigenen Angaben wird Ströer mit der News-Outdoor-Übernahme zum umsatzstärksten Anbieter auf dem polnischen Markt, wie auch schon in Deutschland und der Türkei.

Die Börsen-Mios sollen zudem in neue Angebote fließen. "Zukünftig werden wir vermehrt digitale Werbeträger an zentralen Knotenpunkten wie Bahnhöfen sehen", so Müller. Inhalte könne man schnell und unkompliziert je nach Tageszeit oder Wetterlage austauschen, zudem sieht er die Attraktivität seiner Werbeflächen mit Bewegtbild-Angeboten und reduzierten Vorlaufzeiten erheblich steigen.

Ebenso will Chef Müller im inter-medialen Wettbewerb reüssieren: "Für content-gebundene Werbung wird es aufgrund der Digitalisierung und der damit zusammenhängenden Fragmentierung der Werbekonsumenten immer schwieriger, große Reichweiten zu erzielen." Via Außenwerbung könne man dagegen schnell die Massen erreichen, so sein Tenor. Er erwarte, dass sich der Anteil der Außenwerbung am Gesamtwerbemarkt weiter "deutlich" steigern werde - angetrieben von zunehmender Mobilität und Urbanisierung in der Gesellschaft.

Mit Blick auf die ersten Quartalszahlen 2010 zeigt sich Ströer optimistisch und schlagkräftig: Insgesamt hat Ströer in den ersten drei Monaten 2010 105,1 Mio Euro Umsatz eingefahren, 5,6% mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ebitda kletterte um 12,3% auf 16,7 Mio Euro. Der deutsche Markt warf mit 87 Mio Euro 4,7% mehr Umsatz ab als im Vorjahresquartal, in der Türkei steigerten sich die Erlöse um ein Viertel auf 9 Mio Euro. Die Zahlen fürs schwierige Gesamtjahr 2009 waren dagegen nicht ganz lupenrein (kress.de vom 5. Mai 2010).

Für den geplanten Börsengang hat Ströer die Banken J.P. Morgan und Morgan Stanley engagiert.

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