"Vogue"-App fürs iPad im kress-Check: Ein Bilderbuch der Modewelt

 

Die angekündigte "Vogue"-App für das iPad ist freigeschaltet. Die ersten Eindrücke: Wer sich für die Modewelt und ihre Stars und Sternchen interessiert, kommt hier (zunächst kostenlos) auf seine Kosten. Die drei Bereiche News, Themen und Trends bieten vor allem Fotos, Galerien und das ein oder andere Video. Nachteil: Man navigiert durch einen ästhetischen, aber vollkommen von PR-Bildern dominierten Kosmos.

Die angekündigte "Vogue"-App für das iPad ist freigeschaltet. Die ersten Eindrücke: Wer sich für die Modewelt und ihre Stars und Sternchen interessiert, kommt hier (zunächst kostenlos) auf seine Kosten. Die drei Bereiche News, Themen und Trends bieten vor allem Fotos, Galerien und das ein oder andere Video. Nachteil: Man navigiert durch einen ästhetischen, aber vollkommen von PR-Bildern dominierten Kosmos.

Die großen Fotos von Models in teuren Outfits in bestechender Qualität, verführerische Videos von Bademoden-Shootings und ein 16minütiger, schwelgerischer Schwarzweiß-Film über Dolce&Gabbana - fast alle Inhalte der "Vogue"-App stammen aus den offiziellen Quellen der Modefirmen. Das ist wahrscheinlich unvermeidlich, erinnert aber manchmal zu sehr an Modekataloge oder Werbefilme.

Die Texte, die man in über den Fotos platzierten transparenten Kästen von oben nach unten liest, sind kurz und knapp. Manchmal etwas zu knapp. Im Themenbereich ist beispielsweise eines der berühmten "Vogue-Gespräche" mit Juliette Binoche und dem Regisseur Abbas Kiarostami angekündigt, zu lesen gibt es aber nur eine knappe Zusammenfassung. Will der Verlag hier einen Schritt weitergehen, wird er Video-Interviews oder zumindest Audio-Mitschnitte einbauen müssen.

Im Ressort Trends sind zwei- bis dreiminütige Filme von Modeschauen zu sehen, die Runway-Szenen mit Interviews verbinden. Hier sieht Condé Nast eine mögliche Alleinstellung für die App. Auf der Berlin Fashion Week im Juli sollen erstmals im Großeinsatz Filme gedreht werden, die dann in der App abrufbar sind.

Die Benutzerführung ist vom Prinzip einfach und darum halbwegs intuitiv. Auf der Startseite wischt man sich von links nach rechts durch die drei Ressorts. In einer Geschichte gibt es gegebenenfalls ergänzendes Material wie eine Fotogalerie. In der Geschichte lässt sich durch Tippen ein Navigationsstreifen aufrufen, von dem aus man in andere Geschichten des Ressorts gelangt.

Beim ersten Test dauerte das Laden der App recht lange, bei weiteren Aufrufen ging das deutlich schneller. Noch stört ein kleiner Streifen am oberen Screenrand, wo offenbar eine Banderole-Werbung eingeklinkt werden soll, aber noch nicht zu sehen ist. Aber die wird dann ja sicher bald kommen. Im Ressort Themen hat Mercedes-Benz eine Promotion-Strecke zur Fashion-Week geschaltet, vergleichbar mit den Promotions, die Condé Nast in seinen gedruckten Blättern macht.

Wie viele andere Medien-Apps steht "Vogue" noch ganz am Anfang. Um Geld für die täglich aktualisierte App nehmen zu können, werden mehr originäre Inhalte eingebaut werden müssen, die es nicht auf der "Vogue"-Website gibt. Positiv ist der Ansatz, eine eigene Navigation zu entwickeln, die nicht an das Magazin angelehnt ist. Im Foto zu sehen ist übrigens auch das Karl Lagerfeld´sche iPad-Etui aus Kalbsleder für die Dame zum Preis von 990 Euro. Wie zu hören ist, hat "Vogue"-Chefedakteurin Christiane Arp schon eins.

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