Razorfish-Studie zur Online-Werbung: Fokus auf Markenwerbung, Abkehr von Ad Networks

29.06.2010
 

Die Kunden der amerikanischen Agentur Razorfish haben 2009 wieder mehr in Online-Werbung investiert. Um 4% stiegen die Spendings an - nachdem sie im Vorjahr um 13% gefallen waren. Entgegen der Annahme, dass Werbekunden in Krisenzeiten auf leistungsabhängige Formen wie Suchmaschinenmarketing setzen, haben die meisten Unternehmen ihre Online-Strategie nicht verändert - oder den Fokus gar auf Online-Markenwerbung gelegt.

Die Kunden der amerikanischen Agentur Razorfish haben 2009 wieder mehr in Online-Werbung investiert. Um 4% stiegen die Spendings an - nachdem sie im Vorjahr um 13% gefallen waren. Entgegen der Annahme, dass Werbekunden in Krisenzeiten auf leistungsabhängige Formen wie Suchmaschinenmarketing setzen, haben die meisten Unternehmen ihre Online-Strategie nicht verändert - oder den Fokus gar auf Online-Markenwerbung gelegt. 70% sind bei ihrer Online-Taktik geblieben, 60% derjenigen, die Änderungen vorgenommen haben, haben mehr in Markenwerbung investiert.

Mut für Experimente: Social Media, digitale Außenwerbung

Trotz Krisenstimmung hatten die Unternehmen 2009 Mut für Experimente und wagten sich an neue Werbeformen heran, allen voran Social Media und digitale Außenwerbung. Bislang fließen laut Razorfish nur 4% der Online-Werbebudgets in Social Media. Das hat verschiedene Gründe: Erstens sind die Werbeplätze bei Facebook, YouTube und Co. sehr günstig, da sie kaum Premium-Plätze zu vergeben haben. Zweitens liegt der Fokus bei Social Media vielmehr in Aufbau und Pflege eines Unternehmensprofils als in Werbung per se. Und drittens fließt das Geld für Social Media eher an Inhalteproduzente, Berater, App-Entwickler und Community-Moderatoren denn an Medienunternehmen - und wird so nicht als Werbeinvesition abgerechnet.

Premium-Anbieter wenden sich von Ad Networks ab

Einen weiteren Trend erkennt Razorfish darin, dass Premium-Anbieter - wie Verlage - ihr Inventar zunehmend von Ad Networks zurück holen. So haben sie mehr Kontrolle über die Vermarktung ihrer Inhalte und können höhere Preise erzielen. Die Agentur rechnet mit einer weiteren Entwicklung in diese Richtung und insgesamt mit einem Anstieg der Online-Werbepreise.

In diesem Jahr wird die Branche nach Razorfish-Prognose abermals Social Media, digitale Außenwerbung sowie In-Game-Advertising, Video und Mobile umtreiben. Online-Videowerbung müsse sich noch von den TV-Spots emanzipieren, werde künftig interaktiver. Die Ausgaben für Mobile Marketing sind schwer zu messen - die meisten Gelder fließen in Technik und Apps. Für Bewegung im Markt werden voraussichtlich Google und Apple sorgen, die in dem Gebiet aufstocken: Apple schnappte sich den Mobile-Werbemarktplatz Quattro Wireless, Google übernahm AdMob (kress.de vom 23. Mai 2010).

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