Weimer will "lustvollen Wettbewerb" mit dem "Spiegel": "Die bürgerliche Stimme stärken"

 

Kurz vor seinem Antritt als "Focus"-Chefredakteur am 1. Juli hat Wolfram Weimer (Foto) im Gespräch mit der "Frankfurter Rundschau" schon einmal das ganz große Fass aufgemacht, woraufhin es zu heftiger Schaumentwicklung kam: Mit dem "Spiegel" will sich der angehende "Focus"-Chef einen "lustvollen Wettbewerb um die Deutungsmacht in wesentlichen gesellschaftlichen und politischen Fragen" liefern: "Ich will gegen die links-liberale Stimme aus Hamburg die andere, bürgerliche Stimme stärken."

Kurz vor seinem Antritt als "Focus"-Chefredakteur am 1. Juli hat Wolfram Weimer im Gespräch mit der "Frankfurter Rundschau" schon einmal das ganz große Fass aufgemacht, woraufhin es zu heftiger Schaumentwicklung kam: Mit dem "Spiegel" will sich der angehende "Focus"-Chef einen "lustvollen Wettbewerb um die Deutungsmacht in wesentlichen gesellschaftlichen und politischen Fragen" liefern: "Ich will gegen die links-liberale Stimme aus Hamburg die andere, bürgerliche Stimme stärken."

Als Zielgruppe hat Weimer eine "urbane Führungselite" identifiziert: "Menschen, die beruflich stark eingebunden sind, wettbewerbsorientiert, geprägt von der Globalisierung. Zu ihrem Lebensgefühl passt das Ambitionierte, Angriffshafte, das den Focus groß gemacht hat."

"Internationale strategische Partnerschaften"

Weimer lässt sich bei seinem Tun von zwei ausländischen Blättern und einer deutschen Zeitung inspirieren: "Vom 'Economist' hätte ich gern den Witz und die analytische Schärfe, von 'Paris Match' die visuelle Präsenz und von der 'Zeit' die Klugheit." Konkret kündigt Weimer "internationale strategische Partnerschaften" an, "aus denen wir publizistischen Gewinn ziehen und mit denen wir den Markt überraschen können". Obwohl es gerade erst eine grundlegende Überarbeitung des "Focus" gab (kress.de vom 22. Januar 2010), will sich Weimer das Magazin noch einmal vornehmen: "Auch die Heftdramaturgie und das Erscheinungsbild werden sich ändern. Der Focus war einmal Avantgarde in puncto Visualisierung – Stichwort: Infografiken. Dahin werden wir wieder kommen, und Sie dürfen sich darauf freuen, was im nächsten halben Jahr bei Focus alles passiert." Tun wir!

Ihre Kommentare
Kopf

Insider

30.06.2010
!

Wenn man einen "lustvollen Wettbewerb" will, sollte man vorher nicht einen beträchtlichen Teil der Redakteure entlassen und den Rest frustrieren. Qualität kann man auf diese Weise garantiert nicht erzeugen.


Matthias

01.07.2010
!

Vollkommen richtig, sowieso stellt der Focus keine Konkurrenz mehr da mit den ständigen 100 besten Ärzten Storys

Weimer scheint auch irgendwie zu übersehen, dass ein kritischer Journalismus gegenüber der Regierung mitnichten eine Positionsverschiebung ist. Kritik an der Regierung ist kein Linksschwenk, Spiegel krisitisiert genauso die anderen.

Wenn Weimer sich dagegen positionieren will muss er ein Regierungsblatt aus dem Focus machen. 1:1 PR Meldungen, dafür brauchts auch keine Redakteure.


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