Das 2-Mrd-Dollar-Ding: "Hulu" soll an die Börse

16.08.2010
 

Das US-Video-Portal "Hulu.com" soll offenbar an die Börse. Wie die "New York Times" berichtet, bewerten die Eigner die populäre Plattform mit rund zwei Mrd US-Dollar. Die Zeitung bezieht sich auf vertraute Kreise, die sich bereits in Gesprächen mit Investment-Banken befänden. "Hulu" bietet US-Serien kostenlos im Netz - solange die Nutzer sich auch die Werbung reinziehen.

Das US-Video-Portal "Hulu.com" soll offenbar an die Börse. Wie die "New York Times" berichtet, bewerten die Eigner die populäre Plattform mit rund zwei Mrd US-Dollar. Die Zeitung bezieht sich auf vertraute Kreise, die sich bereits in Gesprächen mit Investment-Banken befänden. "Hulu" bietet US-Serien kostenlos im Netz - solange die Nutzer sich auch die Werbung reinziehen.

Der "Hulu"-Hype fußt sicher auf der kostenlosen Verfügbarkeit. Bislang ist Online-Werbung die einzige Einnahmequelle für "Hulu", mit der die Firma etwa 100 Mio Dollar jährlich umsetzt. Eine Summe, die kaum für die schwarze Null reichen dürfte. Die Plattform startete vor rund drei Jahren, um den ebenfalls beliebten Video-Angeboten im Netz, allen voran Youtube, die Stirn zu bieten. Obwohl Unternehmen zunehmend in Web-Werbung investieren, muss "Hulu" sein Erlösmodell verbreitern.

Noch in diesem Jahr soll ein Abo-Modell hinzukommen, Vielgucker haben dann für knapp 10 Dollar pro Monat Zugriff auf Archive und ganze TV-Staffeln. Damit will "Hulu" auch Online-Videotheken wie Netflix und den zunehmend zahlreichen On-Demand-Angeboten im Netz Wettbewerb machen. Darunter auch Apple, die derzeit das darbende Apple-TV gerüchteweise unter dem neuen Namen iTV aufbohren - und mit iTunes schon einen Fuß in der Tür haben. Ob Nutzer aber zusätzlich zu anderen Pay-TV-Angeboten nochmals in die Tasche greifen, ist unsicher.

"Hulu" ist derzeit nur in den USA zu haben, die Markterweiterung in Richtung Europa hat CEO Jason Kilar vorerst abgeblasen, vor allem wegen der komplexen Rechtesituation. Hinter Hulu stecken die großen US-Medienanbieter wie News Corp., Disney, NBC Universal, die das Angebot in den USA mit hochwertigen TV-Serien bestücken. Weiterer Gesellschafter ist die Beteiligungsfirma Providence Equity Partners. Hierzulande aber wissen die Platzhirsche ihr Revier zu verteidigen. Kürzlich haben sich die beiden führenden deutschen TV-Sendergruppen ProSiebenSat.1 Media AG und die RTL Gruppe zusammen getan; Sie basteln an einem gemeinsamen, offenen "Hulu"-Klon für Deutschland (kress.de vom 6. August 2010).

Die Krisenstimmung scheint allmählich zu schwinden, Börsengänge werden wieder en vogue. Hierzulande wagten zuletzt Kabel Deutschland und der Außenwerber Ströer den Sprung aufs Parkett (kress.de vom 15. Juli 2010). In den USA haben unlängst der Messaging-Dienst Skype (kress.de vom 9. August 2010) und die Inhaltefabrik Demand Media ihren IPO angekündigt.

Ihre Kommentare
Kopf
Nicole Haase

Nicole Haase

artundweise GmbH
Assistentin PR-Leitung

17.08.2010
!

Auf igrendein Angebot dieser Art warte ich sehnsüchtig!
http://bit.ly/bRbfnK


Alexander MacG

Alexander MacG

Seamaster Pictures Ltd
Producer & EcoWarrior

17.08.2010
!

Wäre cool... zusammen mit Showtime und deren Serien. Dorthin würde ich eher gehen, als zu einem Portal von P7S1 und RTL.

Die deutschen Sender kriegen doch eh wieder nix gebacken (siehe maxdom) und wenn für Preise, die keiner zahlen wird! Zudem schaue ich ir die Serien und Filme eh lieber im Original an.


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