"New York Times"-Verleger über das Ende von Print: "Irgendwann in der Zukunft" ist Schluss

 

Alles hat ein Ende: Der Verleger der "New York Times", Arthur Sulzberger Jr., hat auf einem Kongress in London gesagt: "Irgendwann in der Zukunft werden wir aufhören, die New York Times zu drucken. Datum: noch offen."

Alles hat ein Ende: Der Verleger der "New York Times", Arthur Sulzberger Jr., hat auf einem Kongress in London gesagt: "Irgendwann in der Zukunft werden wir aufhören, die New York Times zu drucken. Datum: noch offen."

Das "Editor´s Weblog" berichtet, Sulzberger habe in einer Rede dazu aufgefordert, auch Risiken einzugehen, um Geschäftsmodelle zu finden, die Qualitätsjournalismus ermöglichten. 2011 will die "Grey Lady" mit einem Online-Bezahlsystem Geld in ihre Kassen spülen.

Trotz einiger ermutigender Bilanzen großer US-Medienkonzerne in den vergangenen Wochen gestand Sulzberger nun ein, dass er gedruckte Tageszeitungen für ein Auslaufmodell hält. Auch wenn er sich nicht auf ein Datum festlegen wollte, steht seine Prognose im Gegensatz zur immer noch verbreiteten Haltung vieler (auch deutscher) Verleger, die Print trotz sinkender Umsätze für einen Evergreen halten. Eine beliebte Standardantwort auf die Frage nach dem Ende der Zeitung lautet: "Die gedruckte Zeitung stirbt nicht aus", gerne mit Verweis auf die Haptik des Mediums.

Eine andere Standardphrase der Branche lautet allerdings: "Wir handeln mit Informationen, nicht mit Papier." Wie lange es wohl dauert, bis auch ein deutscher Manager (vielleicht Mathias Döpfner) das mögliche Auslaufen des Print-Geschäftsmodells ankündigt?

Immerhin - deutsche Zeitungsverlage sind in der Regel wegen ihrer geringeren Abhängigkeit von Werbeumsätzen besser aufgestellt als die amerikanischen Unternehmen.

Ihre Kommentare
Kopf

axel kock

09.09.2010
!

irgendwann in der zukunft,
so meine prognose,
wird es kein internet mehr geben.
datum: noch offen.
gähn.


Frank L. Meinel

10.09.2010
!

Das Web wächst rapide - und damit auch der Zeitaufwand die gesuchten Infos online zu finden. IIrgendwann wird sich das Web selbst defragmentieren.
Viele User sind es heute schon ... Für gedruckte Zeitungen - bezahlt oder kostenlos - wird es im Regionalmarkt so schnell keine Alternative geben....


Christian Meier

Christian Meier

WeltN24 GmbH
Redakteur für Medienthemen

11.09.2010
!

Sicher, nach Keynes sind wir langfristig sowieso alle tot. Nichts Neues? Auch wenn man Kontext der Rede und die Unbestimmtheit des Datums berücksichtigt - bemerkenswert bleibt die Aussage dennoch. Sie signalisiert, dass hier jemand weiß, wie bröckelig die Erlösstruktur und Refinanzierbarkeit von gedruckten und physisch vertriebenen Produkten, die Informationen übermitteln sollen, ist.


Coskun (Josh) Tuna

Coskun Tuna

yeew GmbH
Gesellschafter Geschäftsführer

12.09.2010
!

Die Aussage ist richtig. Print ist nicht tot - Print stirbt. Und wer glaubt das Web würde sich selbst verknoten und an der eigenen Informationsflut ertrinken hat noch nicht erkannt, wozu das Web im Stande ist. Es ist mehr als "quick-lebendig" und gibt immer mehr "den Weg" vor. Es ist konkurrenzlos. Nur eine Frage der Zeit. Man sollte nicht von sich selbst ausgehen, sonderne einfach mal die Jüngeren beobachten.


Daniel Schneider

16.09.2010
!

"Wie lange es wohl dauert, bis auch ein deutscher Manager (vielleicht Mathias Döpfner) das mögliche Auslaufen des Print-Geschäftsmodells ankündigt? "

genau 7 Tage :o)

--> http://tinyurl.com/sevendayslater


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