Ab 1. Oktober steht die Presse still: "Marburger Neue Zeitung" macht dicht

21.09.2010
 

Das hessische Lokalblatt "Marburger Neue Zeitung" gibt auf. Am 1. Oktober ist Schluss. "Die Produktion stand auf Dauer in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zur Auflage", sagte Martin Grude, Geschäftsführer des Verlagshauses Wetzlardruck, der "Frankfurter Rundschau". Auch habe es am Zuspruch der Anzeigenkunden gemangelt.

Das hessische Lokalblatt "Marburger Neue Zeitung" gibt auf. Am 1. Oktober ist Schluss. "Die Produktion stand auf Dauer in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zur Auflage", sagte Martin Grude, Geschäftsführer des Verlagshauses Wetzlardruck, der "Frankfurter Rundschau". Auch habe es am Zuspruch der Anzeigenkunden gemangelt.

Die Redaktionen in Marburg und Stadtallendorf werden aufgelöst. Die acht Redakteure sollen allerdings nicht gekündigt werden, allerdings gingen den Freien ihre Aufträge verloren. Eine kleine hoch motivierte Mannschaft habe die beste Zeitung in Marburg gemacht, äußert sich Chefredakteur Alois Kösters laut "FR".

Die Abonnentenzahl jedoch sei nie über 3.000 gestiegen, auch der Zuspruch der Werbekundschaft habe nicht ausgereicht. "Vor allem fehlten die Todesanzeigen", sagt Grude, der insgesamt aber "riesige Zustimmung" für sein Projekt erfahren haben will. Der Verlust der Zeitung war nach Verlagsangaben sechsstellig.

Platzhirsch der hessischen Studentenstadt ist die "Oberhessische Presse", die Madsack vor Ort herausgibt und mit etwa 27.000 Auflage 90% der Leserschaft hält. 1997 hatte Wetzlardruck die "Marburger Neue Zeitung" als Wettbewerber ans Büdchen gebracht. Madsack hatte damals eine Anzeigenblatt im Marburger Hinterland gestartet und die Wetzlarer damit verärgert, die den "Hinterländer Anzeiger" verlegen.

Wetzlardruck gehört zur Zeitungsgruppe Lahn-Dill und gibt u.a. auch die "Wetzlarer Neue Zeitung" und die "Dill-Post" heraus.

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