Armstrong auf Shoppingtour: AOL kauft "TechCrunch"

29.09.2010
 

Der strauchelnde Internetkonzern AOL ist auf Shoppingtour: Boss Tim Armstrong verkündete am Dienstag in San Francisco den Kauf des bekannten US-Blogs "TechCrunch". Mit dem Tech-Blog und dessen Website-Netzwerk will AOL weiter den Kurs verfolgen, sich künftig über Inhalte zu finanzieren. "TechCrunch"-Gründer Michael Arrington bleibt an Bord. In einer Stellungnahme versichert er,

Der strauchelnde Internetkonzern AOL ist auf Shoppingtour: Boss Tim Armstrong verkündete am Dienstag in San Francisco den Kauf des bekannten US-Blogs "TechCrunch". Mit dem Techie-Blog und dessen Website-Netzwerk will AOL weiter den Kurs verfolgen, sich künftig über Inhalte zu finanzieren. "TechCrunch"-Gründer Michael Arrington bleibt an Bord.

In einer Stellungnahme versichert er, auch in Zukunft kritisch über AOL zu berichten - das sei Teil des Vertrags mit dem Konzern. Über den Kaufpreis schweigen sich beide Parteien aus. Arrington begründet den Verkauf damit, dass er ihm ermögliche, sich künftig aufs Schreiben zu konzentrieren und die technischen Belange an AOL abgeben zu können. Zudem habe AOL ein großes Sales Team im Rücken.

"TechCrunch" passt ins Portfolio des AOL Technology Networks, zu dem u.a. auch die 2005 übernommene Website "Engadget" gehört. Armstrong hatte bereits im Sommer 2009 einen Strategiewechsel angekündigt: Weg von den Internetzugängen hin zum "größten Anbieter von Inhalten im Internet". Autoren für seine Websites holt AOL über "Seed.com" rein, für die Themenfindung arbeitet AOL - ähnlich wie Demand Media - mit einem Algorithmus-System, das die aktuell populärsten Themen aus dem Netz filtert (kress.de vom 2. Dezember 2009).

"TechCrunch" ist nicht der einzige Zukauf: AOL hat sich auch das Video-Startup 5min einverleibt, das Videos mit Werbung versehen im Netz verteilt. 

Hintergrund: Einst das Erfolgsunternehmen der Branche, ist der Stern von AOL in den vergangenen Jahren zunehmend erloschen. Das Geschäft mit Internetzugängen rentierte sich nicht mehr, auch mit Social Media hatte AOL kein gutes Händchen - der Konzern verkaufte erst den Messenger-Dienst ICQ, dann seine Community Bebo. Im November 2009 entließ AOL ein Drittel seiner Mitarbeiter, im Dezember stieß Time Warner den Konzern ab und brachte ihn an die Börse. Aus Europa zieht sich AOL zunehmend zurück: Anfang 2010 gab das Unternehmen den Rückzug aus Deutschland, Spanien und Schweden bekannt. Trotz aller Sparmaßnahmen verzeichnete AOL im zweiten Quartal 2010 Verluste von über 1 Mrd Euro.

Ihre Kommentare
Kopf
Randolf Jorberg

Randolf Jorberg

Fliks GmbH
Geschäftsführer

29.09.2010
!

3min = T-Online Video Portal
5min = US Video Portal, jetzt in AOL Besitz

Ich frage mich, wann unter 6min.com das nächste Videoportal entsteht... ;-)


Nina Kirst

Nina Kirst

PAGE Verlag
Redakteurin

29.09.2010
!

Huch, danke für den Hinweis. Ist korrigiert!


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.