Von Burda zu Burda: "Playboy" wandert in Weltes Reich

 

Burda-Vorstand Philipp Welte (Foto) hütet jetzt auch die Häschen: Die Focus Magazin Verlag GmbH übernimmt die Mehrheit (50,39%) an der Playboy Deutschland Publishing GmbH. Bisher waren die Print- und Online-Aktivitäten des deutschen "Playboy" bei der Tomorrow Focus AG angesiedelt. Wie angekündigt bündelt Burda zudem Focus Magazin Verlag und die Verlagsgruppe Milchstrasse in der neuen Burda News Group. Geschäftsführer werden Welte himself und Andreas Mayer.

Burda-Vorstand Philipp Welte hütet jetzt auch die Häschen: Die Focus Magazin Verlag GmbH übernimmt die Mehrheit (50,39%) an der Playboy Deutschland Publishing GmbH. Bisher waren die Print- und Online-Aktivitäten des deutschen "Playboy" bei der Tomorrow Focus AG angesiedelt, der Focus Magazin Verlag war nur Minderheitsgesellschafter.

Der Focus Magazin Verlag ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Hubert Burda Media Holding. Die börsennotierte Tomorrow Focus AG gehört ebenfalls mehrheitlich dem Medienkonzern. Sie bekommt 6,2 Mio Euro für ihren Anteil an der Playboy Deutschland Publishing GmbH (Umsatz 2009: 13,0 Mio Euro, Ebitda: 0,1 Mio Euro). Die Kartellis müssen dem Deal noch zustimmen.

In der Mitteilung der Tomorrow Focus AG erklärt Vorstandschef Stefan Winners den Sinn des Deals wie folgt: "Unsere Unternehmensstrategie sieht eine Konzentration auf reine Internetaktivitäten vor." Man sei schon in Gesprächen über den Kauf weiterer profitabler Internetunternehmen in den Bereichen E-Commerce und Werbung. Die Online-Vermarktung von "playboy.de" wird weiterhin bei der Tomorrow Focus Media GmbH liegen, einer 100%-igen Tochtergesellschaft von Tomorrow Focus.

Mehr mit Männern

Die Focus Magazin Verlag GmbH hält damit künftig sämtliche Anteile der Playboy Deutschland Publishing GmbH. Geschäftsführer Jürgen Feldmann ist weiterhin für die Gesellschaft verantwortlich. Burda hat gerade eben erst bekanntgegeben, dass die Lizenz für den deutschen "Playboy" um zehn Jahre verlängert worden sei (kress.de vom 24. September 2010).

Es ist durchaus konsequent, dass die "Playboy"-Aktivitäten nun in einem Verlag konzentriert werden: Für rund 85% der Erlöse der Marke in Deutschland sorgt das gedruckte Magazin. Hochfliegende Hoffnungen auf ein florierendes Digital-Geschäft haben sich nicht bestätigt, weil der "Playboy" im Web mit kostenlosen Sex-Angeboten konkurrieren muss. Burda-Vorstand Philipp Welte will offenbar weitere Männer-Medien schaffen.

Welte und Mayer leiten Burda News Group

Wie angekündigt bündelt Burda zudem Focus Magazin Verlag und Verlagsgruppe Milchstrasse in der neuen Burda News Group, deren Geschäftsführung Welte selbst sowie Andreas Mayer übernehmen. An die beiden berichten vier so genannte Direktoren: Gunnar Scheuer, 46, bisher Verlagsleiter der Programmies, wird Director Operations in Hamburg. Andreas Struck, 46, macht diesen Job in München. Er war zwischen 1996 und 2000 schon Verlagsleiter beim Focus Magazin Verlag und zuletzt Geschäftsführer von Burda Media Solutions. Director Marketing wird Ingo Müller, 35, der als Group Head Advertising Director bereits übergreifend für die Vermarktung aller Titel der Gruppe verantwortlich war. Director Finance wird Elisabeth Varn, 31. Sie ist seit 2009 als Director Operations im Vorstandsbereich Verlage tätig und übernimmt die neue Aufgabe zusätzlich.

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