2 Cent pro Zeichen: Schumacher startet Online-Shop für journalistische Texte

 

Hajo Schumacher (früher u.a. "Spiegel" und "Max") hat einen "Online-Shop für Qualitätsjournalismus" aufgemacht, der auf den Namen "Spredder.de" hört. Er soll freien Journalisten ermöglichen, ihre Texte zu vermarkten. Abnehmer der Beiträge zahlen 2 Cent pro Zeichen.

Hajo Schumacher, 46, hat einen "Online-Shop für Qualitätsjournalismus" aufgemacht, der auf den Namen "Spredder.de" hört. Er soll freien Journalisten ermöglichen, ihre Texte zu vermarkten.

So funktioniert's: Die Freien registrieren sich bei "Spredder.de" und bieten Beiträge an. Die Redaktion des Shops entscheidet, ob der jeweilige Text der Gattung Qualitätsjournalismus angehört und ins Sortiment aufgenommen wird. Verlage, die einen Text nutzen, zahlen einen Einheitspreis von 2 Cent pro Zeichen. 70% davon sind das Honorar für die Autoren, 30% landen als Provision bei den "Spredder.de"-Machern. Bezahlt wird auf Rechnung oder per Paypal. Die Verlage erwerben jeweils das Recht auf einfache Nutzung eines Textes.

Hajo Schumacher ist Journalist und Autor. Er war Co-Leiter des Berliner "Spiegel"-Büros, dann Chefredakteur von "Max" und ist Herausgeber des PDF-Mediennewsletters "V.i.S.d.P.". Auf N24 bestreitet er zusammen mit Hans-Hermann Tiedje die wöchentliche Talkshow "Links-Rechts" und als "Achim Achilles" ist er für "Spiegel Online" unterwegs. Geschäftsführer der Spredder GmbH ist Schumachers Adlatus Sebastian Esser, der selbst als freier Journalist arbeitet.

Ihre Kommentare
Kopf

ohb

04.10.2010
!

Gute Idee, wenn die Verlagskontakte stimmen. Aber was ist den mit der Homepage Spredder.de los? Startschwierigkeiten? (Stand: 4.10.09 - 15:24 Uhr)


Yogi Lauke

04.10.2010
!

Die Seite lädt...und lädt....lädt...bis sie sich totgeladen hat!
Sind das denn wirklich "nur" ANFÄNGER-Schweirigkeiten???


Hunni

04.10.2010
!

Ich bekomme die Seite auch nicht geladen. Dennoch dürfte einigen Journalisten bei 2 Cent je Zeichen die Motivation fehlen. Oder die angestrebte Qualität bleibt auf der Strecke. Na mal sehen


Hermann Gfaller

04.10.2010
!

Das ist dreist. Das Honorar liegt bei weniger als einem Zehntel des Fachjournalisten-Honorars, oder - falls man aus Buchbranche kommt mit 36 Euro je Normseite ungefähr die Hälfte des Üblichen, und davon geht auch 30 % Provision ab.
So viel zum Qualitätsanspruch der Herren


Michael Dunker

Michael Dunker

CONTENT FLEET GmbH / TESTROOM GmbH
Unternehmer, Geschäftsführer, Journalist

04.10.2010
!

Nette Idee. Es wird auch genug Journalisten geben, die zu diesem Preis arbeiten. Leider ist das Modell im Web völlig unbrauchbar. Was zählt, sind unique Inhalte. Und die sind für 2 Cent pro Wort dann eben doch kaum in journalistischer Qualität zu bekommen...


Sebastian Esser

04.10.2010
!

Spredder.de ist wegen des großen Interesses down. Bitte etwas Geduld – wir arbeiten dran.
Der aktuelle Stand bei www.twitter.com/spredder_de und www.facebook.com/spredder.


Frei-Geist

04.10.2010
!

Naja, für 70% eines Hungerlohns kann man nicht wirklich "Qualitätsjournalismus" erwarten...


Biggi

04.10.2010
!

Wieso neu? spredder.de gab's vor einem Jahr doch auch schon?


Henning Kornfeld

Henning Kornfeld

Medien- und Wirtschaftsjournalist

05.10.2010
!

Hajo Schumacher hat "Spredder.de" ziemlich genau vor einem Jahr bereits angekündigt. Jetzt handelt es sich quasi um die offizielle Inbetriebnahme.


kiwi

05.10.2010
!

Wie ist das mit der Zweitverwertung von Texten? Sich für den Preis extra hinzusetzen ist tatsächlich nicht sehr realistisch...


Ulf J. Froitzheim

05.10.2010
!

Zu billig? Zu teuer? Beides ist irgendwie wahr. Das Konzept passt weder oben noch unten zum Markt.
Zwei Cent pro Zeichen sind 72 Cent pro Zeile. Für Mitarbeiter vieler Lokalblätter à la Straubinger Tagblatt ist das nicht wenig. Allerdings vermarktet niemand, der in diesem Marktsegment unterwegs ist, seine Texte so, und der niederbayerische Verleger Balle würde bei Spredder auch nie einkaufen, weil es ihm viel zu teuer wäre.
Keine Ahnung, wer da was warum einkaufen sollte.


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