Fristlose Kündigung: Bauer will Konzernbetriebsrats-Chefin Artus rauswerfen

 

Die Bauer Media Group will Kersten Artus, 46, vor die Tür setzen, die Betriebsratsvorsitzende der Bauer Programm GmbH und Vorsitzende des Konzernbetriebsrats. Nach Angaben der Journalistengewerkschaften verdi und DJV hat der Verlag, gerüstet mit einem 150 Seiten dicken Schreiben, am Dienstag das Verfahren zu ihrer fristlosen Kündigung eingeleitet. Laut verdi wird Artus zur Last gelegt, dass sie sich für "angeblich erforderliche Betriebsratsarbeit" nicht immer korrekt abgemeldet habe.

Die Bauer Media Group will Kersten Artus, 46, vor die Tür setzen, die Betriebsratsvorsitzende der Bauer Programm GmbH und Vorsitzende des Konzernbetriebsrats. Nach Angaben der Journalistengewerkschaften verdi und DJV hat der Verlag, gerüstet mit einem 150 Seiten dicken Schreiben, am Dienstag das Verfahren zu ihrer fristlosen Kündigung eingeleitet.

Laut verdi wird Artus zur Last gelegt, dass sie sich für "angeblich erforderliche Betriebsratsarbeit" nicht immer korrekt abgemeldet habe. Als letzten Anlass für die Kündigung habe das Unternehmen die Teilnahme von Artus an einer Sitzung des verdi-Landesbezirksvorstandes genannt. Bei Bauer will man sich auf kress-Anfrage in der Angelegenheit nicht äußern: "Wir geben keinen Kommentar zu personellen Einzelmaßnahmen", so eine Unternehmenssprecherin.

Die außerordentliche Kündigung eines Betriebsratsmitglieds ist prinzipiell nur mit Zustimmung des jeweiligen Betriebsrats möglich. Der Bauer-Betriebsrat hat die Zustimmung zum Rausschmiss von Artus jedoch verweigert. Das Verlagshaus wird nun beim Arbeitsgericht einen Antrag auf Ersetzung der Zustimmung stellen.

Kündigungsgründe "vorgeschoben"

verdi und DVJ protestieren in Pressemitteilungen gegen die Kündigung. "Mit dieser Gutsherrenart wird der Bauerverlag nicht durchkommen", schreibt verdi-Landesbezirksleiter Wolfgang Rose. Die Kündigungsgründe seien "vorgeschoben": "Bauer will sich mit dieser Methode einer unliebsamen und aktiven Betriebrätin entledigen." Das Vorgehen des Arbeitgebers zeige, "wie wenig er Interessenvertretung und Mitbestimmung im Betrieb respektiert".

Dass von Respekt in der Tat nicht die Rede sein kann, hat Verleger Heinz Bauer vor einiger Zeit quasi selbst zu Protokoll gegeben. Der "Spiegel" fragte ihn vor einem Jahr in einem Interview, ob es wahr sei, dass er seine Betriebsratschefin (gemeint war Frau Artus), die seit 25 Jahren im Haus ist, noch nie selbst empfangen habe. Bauers Antwort: "Das kann sein. Ich wüsste auch nicht, worüber ich ein konstruktives Gespräch mit ihr führen sollte."

Kersten Artus ist auch Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Sie gehört dort der Fraktion von "Die Linke" an.

Ihre Kommentare
Kopf

J. Behs

08.10.2010
!

Ach so, der Konzern schweigt aktuell, obwohl doch der Herr Bauer breits selbst im Interview mit dem Spiegel die Richtung vorgegeben hat: Die Dame muss weg, notfalls auch mit Unterstellungen.


Anonymus (sicher ist sicher)

08.10.2010
!

Was anderes habe ich von Bauers Imperator auch nicht erwartet . . .


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