Die IVW-Zahlen fürs dritte Quartal: "Landlust" schnuppert Höhenluft, "Focus" übt noch

 

Es geht immer weiter und weiter nach oben: Die Auflage der zweimonatlichen Zeitschrift "Landlust" ist einmal mehr in luftige Höhen geschossen. Die Zahl der verkauften Exemplare stieg laut IVW im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 200.000 auf fast 750.000. Das bedeutet ein Plus um 37%. Hauptverlierer waren im dritten Quartal 2010 laut Auflagen-Tüv einige Programmies, allen voran die Kombi "TV Spielfilm plus".

Es geht immer weiter und weiter nach oben: Die Auflage der zweimonatlichen Zeitschrift "Landlust" ist einmal mehr in luftige Höhen geschossen. Die Zahl der verkauften Exemplare stieg laut IVW im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 200.000 auf fast 750.000. Das bedeutet ein Plus um 37%. Auch gegenüber dem Vorquartal 2/2010 hat der Landwirtschaftsverlag aus Münster seine Erfolgsgeschichte fortgesetzt: Damals kam "Landlust" auf gut 705.000 verkaufte Exemplare.

Zu den weiteren Gewinnern im dritten Quartal zählen Klambts "Welt der Frau" (+35% auf 166.000 Exemplare) und die beiden Programmies "TV Direkt" (+6% auf 1,178 Mio.) und "TV 14" (+2% auf 2,403 Mio). Programmies sind allerdings auch die Top-Absteiger im dritten Quartal. Burdas Kombi "TV Spielfilm plus" verlor 10% und erzielte noch eine Auflage von 1,649 Mio verkauften Exemplaren. Laut Verlagsleiter Gunnar Scheuer ist das auf die Reduzierung der sonstigen Verkäufe und einen schwächeren Kioskverkauf zurückzuführen. Auch "TV Movie", "Auf einen Blick" und "TV Digital" sind in der Top 10 der Absteiger (nach absoluten Zahlen) gelandet.

Brüderle sorgt für Abschwung

Der "Focus" hat die Kehrwende ebenfalls noch nicht geschafft: Seine Auflage ist im dritten Quartal um 9% auf 557.000 gesunken. Die Hinwendung zu harten politischen Themen, nicht zuletzt auf dem Cover, hat die harte Auflage bisher nicht beflügelt. Im Gegenteil: Der Einzelverkauf ging sogar um 16% zurück. "Ja, der Aufschwung ist da!", titelte das Magazin in der Ausgabe vom 26. Juli und zeigte Rainer Brüderle mit Zigarre und Ludwig Erhards Klassiker "Wohlstand für alle" in der Hand. Beim "Focus" sorgte der Bundeswirtschaftsminister für einen Abschwung: Am Büdchen erzielte die Ausgabe nur eine Einzelheftauflage von 98.366 Exemplaren. Mit Thilo Sarrazin hatten die Chefredakteure Uli Baur und Wolfram Weimer einige Wochen später mehr Glück: Die Ausgabe zur "Staatsaffäre Sarrazin" kam im Einzelverkauf auf 123.104 Exemplare.

Bei Burda erklärt man den Gesamtverlust im EV damit, dass im dritten Quartal 2010 anders als im Vorjahreszeitraum keine Werbung für das Heft stattgefunden habe. Außerdem dauere es naturgemäß eine Zeitlang, bis die Neupositionierung sich am Büdchen belebend auswirke, weil viele Stammleser noch Nutzwertthemen bevorzugten. Chefredakteur Weimer will sich erst Mitte 2011 an IVW-Zahlen messen lassen. "Focus"-Geschäftsführer Frank-Michael Müller war im April etwas forscher: Er gab schon Erfolgsmeldungen aus und verkündete das Ziel, die Auflage im dritten Quartal zu stabilisieren (kress.de vom 14. April 2010).

Das Minuszeichen dominiert die gesamte IVW-Statistik fürs dritte Quartal: So haben im Segment der aktuellen Zeitschriften und Magazine mit Ausnahme von "Cicero" sämtliche Titel verloren. Der "Spiegel" büßte 3% seiner Auflage ein und kam auf 1,013 Mio verkaufte Exemplare. Der "stern" verlor 5%, seine Auflage beträgt 905.000 Exemplare. Auch die Riege der jungen Klatschblätter musste einen Aderlass hinnehmen: "Intouch" etwa verlor 15%. Die Auflage liegt jetzt bei 325.000. Mit wenigen Ausnahmen (z.B. Kinder- und Jugenttitel) sind im übrigen fast alle Segmente im Minus. Verluste weisen auch fast alle Zeitungen aus.

"Grazia" hat Premiere auf IVW-Catwalk

Klambt hat im dritten Quartal erstmals Auflagenzahlen für die im Februar gestartete wöchentliche Mode- und People-Zeitschrift "Grazia" ausgewiesen: Die verkaufte Auflage betrug 157.112 Exemplare, was das Verlagshaus dazu veranlasst, von einer "glänzenden Figur" auf dem "IVW-Catwalk" zu sprechen. Klambt hat im Sommer mit einer drei Wochen währenden Preisreduzierung auf einen Euro ein bisschen nachgeholfen. Mittelfristig will Verleger Lars Rose erklärtermaßen eine Auflage von 200.000 schaffen (kress.de vom 19. Februar 2010).

Ihre Kommentare
Kopf
29.10.2010
!

Es ist Ihnen vielleicht noch nicht klar, was der Grund für das Minuszeichen allenthalben ist, vielleicht lassen Sie sich auch bereitwillig mit fadenscheinigen Begründungen wie Wirtschaftskrise und so abspeisen. Aber überlegen Sie doch mal, was DAS Thema des 3. Quartals war und wie erbärmlich die sog. "Leitmedien" mit Ausnahme der FAZ/FAS mit diesem Thema umgegangen sind.

Ich gebe Ihnen einen Tipp: das Buch hieß nicht "die Deutsche Lügenjournaille schafft sich ab". Dieser Trend wird weitergehen!


Gast

30.10.2010
!

Viele ehemalige Leser haben inzwischen erkannt, wie sehr sie von Spiegel, FR, SZ & Co. manipuliert werden. Der Islam ist eine Religion des Friedens, Angela Merkel eine gute Kanzlerin und die Welt eine Scheibe. Die islamischen Zuwanderer sichern uns die Rente, die Republik wird von Horden brauner Primitivlinge überschwennt und die Antifa investiert ihre überschüssige Idee in gemeinnützige Projekte ;)


Biedermann

30.10.2010
!

@Erwin Mahnke hat ja so recht.

Je länger man die Menschen zu erziehen versucht, anstatt zu schreiben, was ihnen unter den Nägeln brennt, braucht man sich über Desinteresse und Kaufverweigerung nicht zu wundern.

Schreibt ruhig weiter über die Reissäcke, die in China umfallen ...


Maddin

30.10.2010
!

Das ist doch kein Wunder! Die deutschen Printmedien nähern sich Schritt für Schritt der russichen Prawda und dem DDR-Parteiorgan "Neues Deutschland" an. "Links" ist gut, "rechts" ist böse. Der Leser wird nicht mehr objektiv informiert, sondern ihm wird vorgesetzt, was er zu denken hat. TV und Hörfunk nicht heutzutage auch nicht mehr anders: Dass es vier (!) Bundespräsidentenkandiaten gab, dass es auch Proteste FÜR Stuttgart 21 gibt, u.v.a.m. wird den Lesern vorenthalten. Das merken die früher


Maddin

30.10.2010
!

(2. Teil)

alle, und fragen sich:
Dafür soll man noch Geld ausgeben?

Man merkt an den Kommentarforen von Blättchen wie der Welt oder der taz, und an dem Zulauf zu Blogs wie pi-news.net , dass die tatsächliche Meinung der Bevölkerung von der veröffentlichten Meinung diametral abweicht!
Deutsche Printmedien im Jahr 2010 sind Propaganda! Sie sind keine objektive Information mehr!


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