Streit um Kündigung von Kersten Artus: Bauer geht gegen verdi-Landeschef Rose vor

 

Bauer hat nach verdi-Angaben dem Chef ihres Landesbezirks Hamburg, Wolfgang Rose, eine Unterlassungserklärung zugeschickt. Der Gewerkschafter hatte die fristlose Kündigung von Kersten Artus, der Vorsitzenden des Bauer-Konzernbetriebsrats, durch den Verlag kritisiert und u.a. behauptet, Grund für den Rausschmiss sei ihr betriebsrätliches, gewerkschaftliches und politisches Engagement. Bauer hält das für eine "tendenziöse, einseitige und vom Tonfall her völlig inakzeptable Gesamtdarstellung", doch Rose will nicht widerrufen.

Bauer hat nach verdi-Angaben dem Chef ihres Landesbezirks Hamburg, Wolfgang Rose, eine Unterlassungserklärung zugeschickt. Der Gewerkschafter hatte die fristlose Kündigung von Kersten Artus, der Vorsitzenden des Bauer-Konzernbetriebsrats, durch den Verlag kritisiert und u.a. behauptet, Grund für den Rausschmiss sei ihr betriebsrätliches, gewerkschaftliches und politisches Engagement.

Die Bauer Media Group hat die Kündigung der Betriebsrätin vor zwei Wochen eingeleitet (kress.de vom 8. Oktober 2010) und später in einer Pressemitteilung damit begründet, sie habe "gesetzliche und arbeitsvertragliche Pflichten wiederholt verletzt". Das Verlagshaus hält die Kritik Roses an seinem Vorgehen für eine "tendenziöse, einseitige und vom Tonfall her völlig inakzeptable Gesamtdarstellung". In einem Schreiben der Bauer-Anwälte von der Kanzlei  Klawitter Neben Platz Zintler ist laut verdi zudem von "eklatanten Unwahrheiten", "Rufschädigung" und "Verunglimpfung" des Verlags die Rede.

verdi-Funktionär Wolfgang Rose will aber nicht widerrufen: "Ich bleibe, als Volksvertreter wie als Gewerkschafter, bei meiner Meinung, dass der Bauer-Verlag die Kündigung von Kersten Artus wegen ihrer betriebsrätlichen, gewerkschaftlichen und politischen Interessenvertretung betreibt", schreibt er in einer am Dienstag verbreiteten Pressemitteilung. Rose und Artus sind beide Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft: Rose gehört dort der SPD-Fraktion an, Artus ist Mitglied bei der Linken.

Gegen den Rauswurf von Artus haben sich mittlerweile auch die Betriebsräte von Hamburger Verlagen gewandt. In einem Schreiben an Bauer fordern sie den Verlag dazu auf, die Kündigung zurückzuziehen: "Die Kündigung und die dazu in der Öffentlichkeit genannten Begründungen stellen nach unserer Auffassung eine Verletzung der im Betriebsverfassungsgesetz verankerten Grundsätze der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung dar." Unterschrieben haben den Brief Arbeitnehmervertreter von Axel Springer (Hamburg), DVV Media Group, Fit for FunGruner + Jahr, Hamburger Morgenpost, Spiegel VerlagTV Spielfilm, Verlagsgruppe Milchstrasse sowie Zeit und Zeit Online.

Juristisch geht der Konflikt zwischen Artus und Bauer am 12. November in die erste Runde: Dann findet vor dem Arbeitsgericht Hamburg ein Gütetermin statt.

Ihre Kommentare
Kopf

Nico Kramer

27.10.2010
!

... nadem, was man sonst von Bauer und deren Verhältnis zu Betriebsräten und Gewerkschaften hört und liest, würde ich die gleichen Schlussfolgerungen ziehen, wie Herr Rose.


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.