Piel übt Selbstkritik, Jauch kommt nicht zur ARD: WDR-Mitarbeiter fälschen Hauszeitschrift

29.10.2010
 

Unter der Schlagzeile "Auferstanden aus den Quoten" haben Mitarbeiter des WDR eine gefälschte Ausgabe der Hauszeitschrift "WDR Print" verbreitet (siehe PDF nach dem Umblättern) . Das Plagiat kritisiert mit mehr als einem Augenzwinkern den Kurs des größten ARD-Senders. U.a. wird darin der Wechsel von Günther Jauch zur ARD abgeblasen ("zu teuer") und WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn ins Landesstudio Solingen abgeschoben. Solingen ist die Geburtsstadt von Schönenborn, eine Landesstudio gibt es dort nicht.

Unter der Schlagzeile "Auferstanden aus den Quoten" haben Mitarbeiter des WDR eine gefälschte Ausgabe der Hauszeitschrift "WDR Print" verbreitet (siehe PDF am Ende des Artikels). Das Plagiat kritisiert mit mehr als einem Augenzwinkern den Kurs des größten ARD-Senders. U.a. wird darin der Wechsel von Günther Jauch zur ARD abgeblasen ("zu teuer") und WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn ins Landesstudio Solingen abgeschoben. Solingen ist die Geburtsstadt von Schönenborn, eine Landesstudio gibt es dort nicht.

Den Rundfunkrat ersetzen die rund 50 Autoren (siehe Bild rechts) durch ein Zuschauerparlament. Und WDR-Intendantin Monika Piel spricht im hautengen Lederoutfit von der "Wende im WDR". Eine Tendenz zur Programmverflachung sei in den 90er und 2000er Jahren unverkennbar gewesen, sagt die falsche Piel dort. "Buntes statt investigativer Journalismus, Service statt Hintergrund, Menscheln statt analysieren, Quote statt Qualität – das war WDR-Hauspolitik. Mit der großen Wende im WDR wollen wir dies nun gemeinsam ändern." U.a. würden die Honorare für freie Mitarbeiter deutlich erhöht, denn "mit dem Wechsel von Harald Schmidt zu Sat.1 sind bekanntlich erhebliche Summen freigeworden".

Die echte Monika Piel nimmt das Plagiat mit Humor: "Respekt: Die Ausgabe ist witzig und phantasievoll gemacht, mit gelungenen Pointen und einem Layout von hoher Professionalität. Einmal mehr ein klarer Beleg dafür, dass der WDR eine Menge kluger Köpfe hat."

Die gefälschte 16-seitige "WDR-Print"-Ausgabe, die von Verdi mitfinanziert wurde und eine Auflage von immerhin 10.000 Exemplaren hat, tauchte am Donnerstag in der Kölner WDR-Kantine auf.

Ein Vorbild könnte die fiktive "New York Times" aus dem Jahr 2008 sein. Politaktivisten verkündeten darin vorab das Ende des Irak-Krieges. In Deutschland hatte Attac im März 2009 eine Fälschung der "Zeit" herausgebracht (kress.de vom 23. März 2009).

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Kopf

werberocker

29.10.2010
!

Monika Piel kann sowas tragen. Steht ihr - finde ich. Gute Aktion.


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