Relaunch der "Rhein-Zeitung": Scharf auf junge Mainzer

 

Die "Rhein-Zeitung", Koblenz, ist am Samstag, 30. Oktober, erstmals mit neuem Aussehen und einigen neuen Inhalten erschienen. In einem Aufwasch hat der Mittelrhein-Verlag auch seine Mainzer Ausgabe als "Stadtzeitung" neu ausgerichtet: In ihr spielt jetzt das Lokale durchgehend die Hauptrolle. Die Berliner Agentur KircherBurkhardt hat beim Relaunch geholfen.

Die "Rhein-Zeitung", Koblenz, ist am Samstag, 30. Oktober, erstmals mit neuem Aussehen und einigen neuen Inhalten erschienen. In einem Aufwasch hat der Mittelrhein-Verlag auch seine Mainzer Ausgabe als "Stadtzeitung" neu ausgerichtet: In ihr spielt jetzt das Lokale durchgehend die Hauptrolle. Die Berliner Agentur KircherBurkhardt hat beim Relaunch geholfen.

Kein Appetit auf "Bratwurstjournalismus"

Während "RZ"-Chefredakteur Christian Lindner und die Seinen ihre Leser schon seit Wochen auf die Veränderungen an der Hauptausgabe vorbereiten, haben sie sich mit Ansagen zum Mainzer Ableger zurückgehalten: Sie ärgern dort den Platzhirsch, und das macht man besser ohne Ankündigung. Die Mainzer Ausgabe der "Rhein-Zeitung" ("MRZ") erscheint erst seit 1987 und steht im Schatten der "Allgemeinen Zeitung" (Verlagsgruppe Rhein-Main): Die "MRZ" hat eine Auflage von 7318 verkauften Exemplaren, der Marktführer kommt auf 53659.

Als "Me-too-Produkt" werde die "MRZ" die gewünschte fünfstellige Auflagenhöhe nicht erreichen, sagt Chefredakteur Lindner zu kress. Daher habe man sich dazu entschlossen, die Zeitung "völlig zu drehen": Die Mainzer Ausgabe soll jetzt eine "Stadtzeitung" sein. Sie startet mit dem lokalen Buch, inklusive lokaler Titelseite, und auch das darauf folgende Sport- und das anschließende Kulturbuch beginnen jeweils mit lokalen Stoffen. Das bisherige erste Buch mit Politik & Co. wandert nach hinten und wird zum vierten Buch. Der Zeitungskopf ist umgestaltet worden, rot ersetzt blau als Hausfarbe. Zur Zielgruppe hat der Mittelrhein-Verlag junge, urban orientierte Mainzer auserkoren, die das Stadtleben "kritisch-konstruktiv" begleiten - und die keinen Appetit auf intensive Vereinsberichterstattung bzw. "Bratwurstjournalismus" haben. KircherBurkhardt hat der "Stadtzeitung" einen eigenen Internet-Auftritt unter www.mainzer-rhein-zeitung.de/mainz.html zur Seite gestellt.

Ganz neue Seiten zieht die "Rhein-Zeitung" aber auch in ihrem Stammgebiet auf: Sie hat die tägliche Seite "Welt & Wissen" eingeführt, die sich populären Wissenschaftsthemen widmen. Neu ist auch der "Freizeit-Kompass", eine tägliche Seite, die Freizeit-Tipps für die Region gibt. Der Kompass erscheint in drei regional unterschiedlichen Varianten. Die "Rhein-Zeitung" hat zudem von einem sieben- auf ein sechsspaltiges Layout umgestellt.

In einer Pressemitteilung wird das grundlegende Blattkonzept der neuen "Rhein-Zeitung" wie folgt beschrieben: Es solle eine "Schwerpunktsetzung auf möglichst vielen Seiten" erfolgen, "viel Grundsätzliches und Relevantes", aber "wenig Wasserstand" geben. Außerdem will die "RZ" ihre Autoren und deren Beiträge in den Vordergrund stellen und den Dialog mit den Lesern fördern. Dem dient auch die neue Funktion des Leseranwalts.

Die "Rhein-Zeitung" hat versucht, ihre Leser beim Relaunch zu berücksichtigen. So verschickte sie eine Nullnummer mit "Echt-Content" an alle Interessierten und diskutierte in Veranstaltungen mit den Lesern. Chefredakteur Lindner betont, dass es sich dabei nicht um eine "PR-Show" handelte. Auf Betreiben der Leser bleibt der "Rhein-Zeitung" z.B. auch nach dem Relaunch ein Roman erhalten.

Zur Markteinführung produzierte die Redaktion eine 40-seitige Beilage. Social-Media-Fan Lindner promotet den Relaunch zudem via Twitter, Facebook & Co. An der Einführungskampagne wirken nach Angaben der Zeitung "reale, an der Entwicklung beteiligte Testimonials mit". Der Claim lautet: "Ich habe die neue Rhein-Zeitung gemacht".

Die "Rhein-Zeitung" erscheint im Norden von Rheinland-Pfalz und in der Landeshauptstadt Mainz, ihre verkaufte Auflage betrug zuletzt 203.911 Exemplare. Das Blatt hat 17 Lokalteile und beschäftigt rund 160 Redakteure. In Mainz arbeiten 16 Lokalredakteure und 4 Sportredakteure.

Weitere Infos über den Relaunch gibt es unter http://www.rhein-zeitung.de/regionales/rzneu.html.

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