Shopping-Club entwächst der Pubertät: brands4friends heuert Maaß und Klare an

02.11.2010
 

Der Shopping-Club brands4friends will sich mit neuen Führungskräften weiter professionalisieren: Christopher Maaß (Foto), 37, kommt als Director Marketing, Sebastian Klare, 36, heuert als Operativ-Chef an. Zuletzt rumpelte es im Gebälk der Berliner.

Der Berliner Shopping-Club brands4friends will sich mit neuen Führungskräften weiter professionalisieren: Christopher Maaß (Foto), 37, kommt als Director Marketing, Sebastian Klare, 36, heuert als Operativ-Chef an.

Maaß ist ehemaliger Chief Marketing Officer bei Rocket Internet, dem Start-Up-Finanzierer der Samwer-Brüder. Er kümmert sich bei b4f künftig um Customer Relationship Management, Customer Service und Public Relations. Heißt: Er wird das Unternehmen nach außen hin vertreten, aber auch versuchen, die b4f-Käufer-Community bei der Stange zu halten. Vor allem gilt es, neue Kunden zu erreichen.

"Ich habe zahlreiche E-Commerce-Unternehmen in den unterschiedlichsten Wachstumsstadien begleitet. Klar ist, dass brands4friends sehr großes Potenzial hat und eines der spannendsten E-Commerce-Unternehmen ist, das man derzeit auf dem europäischen Markt findet", so Maaß in einer Mitteilung.

Klare kommt vom Handelsunternehmen s.Oliver, wo er bereits das Online-Geschäft verantwortet hat. Weitere Stationen waren diverse Arcandor-Töchter, IBM und die Deutsche Bank. Bei b4f wird sich Klare um die operativen Aufgaben kümmern, etwa IT und Logistik, die bei Shopping-Clubs eine zentrale Rolle spielen. "Neben einer bestmöglichen Kosteneffizienz ist unser Hauptziel, brands4friends-Kunden einen noch besseren Service zu bieten", sagt Klare. Zur Unterstützung arbeitet b4f künftig mit dem Dienstleister Fiege zusammen.

Als Geschäftsführer kam vor wenigen Monaten Sergio Dias ins Unternehmen, die Personalie hatte b4f damals allerdings kaum merklich verkündet. Die b4f-Gründer Constantin Bisanz, Christian Heitmeyer, Mario Zimmermann und Nicolas Speeck haben sich zuletzt sukzessive aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.

b4f gehört nach wie vor zu den Lieblingen der deutschen Start-Up-Szene und expandierte vor allem Anfang des Jahres schnell, u.a. war der Handelskonzern Tengelmann mit großem Geld eingestiegen. Vor rund einem Jahr war das Unternehmen profitabel geworden. Zuletzt wurden allerdings auch Meldungen um Liquiditätsprobleme und Missmanagement publik, das Start-Up kämpft offenbar mit dem Erwachsenwerden. Die Devise heißt dennoch weiter Wachstum, allerdings wollen die Macher offenbar zunächst die Prozesse in den Griff bekommen.

Für die Finanziers scheinen sich derweil die Chancen für einen Exit zu verringern - obwohl Insider weiter von zahlreichen Interessenten sprechen. Konkurrent limango ist schon länger unter dem Dach der Otto Group, Amazon schnappte sich unlängst BuyVIP. Das französische Vente-Privée, Marktführer in Europa, ist sich selbst genug und drängt auf den deutschen Markt, b4f könnte dabei ein attraktiver Übernahmekandidat sein.

b4f ist deutscher Marktführer und mit Niederlassungen in Österreich und Japan sowie einer Beteiligung in England vertreten. Im europäischen Kontext spitzt sich die Situation unter den Shopping-Clubs zu, flächendeckende Reichweite kann dabei ein Trumpf sein. Das Geschäft ist länderübergreifend, alle Anbieter konkurrieren nämlich bei internationalen Markenherstellern um deren Restware - und die ist nur begrenzt verfügbar.

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