Jetzt ging´s ganz fix: Der "stern" schafft es endlich aufs iPad

 

Nach langem Hin und Her schafft es der "stern" am Mittwoch endlich auf Apples iPad. Ab sofort steht eine Testausgabe in der neuen "stern"-iPad-App zum Download bereit. Das gedruckte Heft werde für Tablets "ganz neu gestaltet", werben die Chefredakteure Thomas Osterkorn und Andreas Petzold in einem Video-Editorial für das neue Angebot. Die reguläre Ausgabe wird 2,99 Euro kosten. "Es macht wahnsinnig Spaß", freut sich Petzold.

Nach langem Hin und Her schafft es der "stern" am Mittwoch endlich auf Apples iPad. Ab sofort steht eine Testausgabe in der neuen "stern"-iPad-App zum Download bereit. Das gedruckte Heft werde für Tablets "ganz neu gestaltet", werben die Chefredakteure Thomas Osterkorn und Andreas Petzold in einem Video-Editorial für das neue Angebot. Die reguläre Ausgabe wird 2,99 Euro kosten. "Es macht wahnsinnig Spaß", freut sich Petzold.

Es war eine schwere Geburt: Zunächst hatte sich Gruner+Jahr exklusiv an die Berliner Firma Neofonie gebunden, die eine Plattform entwickeln wollte, auf der Tablet-Magazine geräte- und softwareunabhängig erstellt werden können. An einer solchen Lösung arbeiten eine Reihe von Firmen, doch die Aufgabe ist bisher noch für jeden Anbieter eine zu große Herausforderung gewesen.

Wechsel von Neofonie zu Woodwing

Als sich abzeichnete, dass es mit dem großen technologischen Wurf zunächst nichts wird, wechselte G+J zur niederländischen Software-Schmiede WoodWing, die bereits eine Menge Erfahrung mit Anwendungen für Tablets hat (u.a. "Time", "People", "Frankfurter Rundschau"). Und dann ging es gang fix. Der gesamten "stern"-Führungscrew dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein.

Zeitgleich werden die digitalen Ausgaben in der iPad-App sowie im Online-Kiosk Pubbles erhältlich sein. Die erste reguläre Ausgabe steht am Mittwoch ab 18 Uhr zum Download bereit. Während die digitale Ausgabe 2,99 Euro kostet (Apple gibt Preisstufen vor, die nächst höhere ist 3,99 Euro), müssen Print-Käufer zurzeit 3,40 Euro bezahlen.

Bisher war der "stern" bei Pubbles, einer Entwicklung der G+J-Tochter DPV und Bertelsmann Direct, nicht zu kaufen. Nun wurde Pubbles mit dem Woodwing-Reader bestückt, so dass auch multimediale Anwendungen innerhalb der Pubbles-Welt funktionieren. Und, ganz wichtig - Pubbles ist geräteunabhängig angelegt, so dass die digitalen Magazine beispielsweise auch auf Android-Tablets wie dem Samsung Galaxy laufen können.

Zunächst Adaption des gedruckten Magazins

In einem ersten Schritt wird der gedruckte "stern" zunächst für die Tablet-Oberfläche adaptiert. Eigene Inhalte in Form exklusiver Geschichten gibt es noch nicht. Was es gibt, sind Erweiterungen der Print-Stories um Fotogalerien sowie Video- und Audio-Beiträge. In der Testausgabe wurde eine Reportage über Tiere, die aus Eiern schlüpfen, um ein Video ergänzt, in dem die Fotografen der Geschichte über ihre Erlebnisse berichten. Eine Herz-Kreislauf-Story bietet Infografiken des Herz-Kreislaufsystems und der Lunge, die sich per Touchscreen animieren lassen.

Der "stern" ist als visuelles Magazin eigentlich ein ideales Tablet-Magazin, denn Fotos wirken auf den neuen Geräten fast brillanter als in einem gedruckten Magazin (wenn der Bildschirm geputzt ist und die Sonne nicht scheint). Neben den Bildern der Woche können Tablet-Nutzer, die eine Internet-Verbindung haben, die Bilder des Tages von "stern.de" anschauen, die sich in das Tablet-Magazin hinein laden. Diese Nutzer sehen auch die aktuellen Bestseller der Woche inklusive Links zu Hörproben und Film-Trailern. Nicht in der digitalen Ausgabe enthalten sind Specials und die TV-Beilage.

Herantasten an das Tablet-Format

Die Macher des digitalen Magazins haben eine Reihe weiterer Ergänzungen und kleinen Gimmicks eingebaut, um sich an die Möglichkeiten des Tablet-Formats heranzutasten. Als Werbepartner ist in der Testausgabe die Deutsche Telekom dabei.

Wer sich schon länger mit dem iPad und Medien-Anwendungen beschäftigt, wird keine Überraschungen erleben, aber darum geht es auch nicht. Digitale Magazine müssen nicht zwingend eine Leistungsschau und das Silvesterfeuerwerk des multimedialen Erzählens zugleich sein. Sie sollen und müssen mittel- und langfristig leisten, was gedruckte Medien und das Internet nicht können. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Auch für die Leser.

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