Hubert Burda klagt wieder über Google: "Sie sind immer oben"

 

Am zweiten Tag der VDZ-Zeitschriftentage stand erneut Google im Zentrum der Rede von Verlegerpräsident Hubert Burda. Es gebe viele Beweise, dass der Betreiber der meistgenutzten Suchmaschien im Internet seinen Suchalgorithmus so beeinflusse, dass von Google selber betriebene Seiten ganz oben in den Ergebnislisten landeten. "Sie sind immer oben", sagte Burda.

Am zweiten Tag der VDZ-Zeitschriftentage stand erneut Google im Zentrum der Rede von Verlegerpräsident Hubert Burda. Es gebe viele Beweise, dass der Betreiber der meistgenutzten Suchmaschien im Internet seinen Suchalgorithmus so beeinflusse, dass von Google selber betriebene Seiten ganz oben in den Ergebnislisten landeten. "Sie sind immer oben", sagte Burda.

Was er damit meint - gibt man beispielsweise bei Google "Kino Berlin" ein, ist das erste Ergebnis der Suche eine von Google automatisch zusammengestellte Liste der aktuellen Filme, die in Berliner Kinos gezeigt wird. Ähnliche Seiten könne der Technologiekonzern im Grunde problemlos lancieren. So klage wie bekannt der US-Investor Barry Diller, dem das Reiseportal Expedia gehört, gegen das Vordringen Googles in sein Geschäftsfeld. Google hatte den Reisebuchungs-Softwareanbieter ITA gekauft.

Die Gefahr sei, so Burda, dass Google die Navigation im Internet beherrsche: "Wir wollen faire Spielregeln, es gibt aber keine Regulierung." Er wolle wissen, wer bei Google die Algorithmen verändere. Die EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel suche Beispiele für einen solchen "Marktmissbrauch". Praktisch, dass EU-Kommissionschef Manuel Barroso am Donnerstag abend vom VDZ als "Europäer des Jahres" ausgezeichnet worden ist.

Burda hatte auch aufmunternde Worte für seine Kollegen. "Deutsche Verleger waren als erste daran, das Internet zu verstehen", sagte er.

Die Zeitschriftentage gingen am Freitag mittag mit einer Abschlussrede des Axel Springer-Vorstands Andreas Wiele zu Ende.

Ihre Kommentare
Kopf

Harald

19.11.2010
!

??? "Deutsche Verleger waren als erste daran, das Internet zu verstehen", sagte er (Hubert Burda).

Das ist jetzt ein großer Scherz, oder?


Horst K. Berghaeuser

19.11.2010
!

Herr Burda mag zwar in der Annahme, dass Google mit eigenen Projekten sehr häufig bessere Ergebnisse als andere Unternehmen erzielt, generell richtig liegen. Nur ist das in dem hier genannten Beispiel nicht der Fall. An erster Stelle der organischen Suche ist bei "Kino Berlin" nicht ein Google Unternehmen zu finden.

Aber mal abgesehen davon, die Rankingergebnisse müssen von Google nicht


Horst K. Berghaeuser

19.11.2010
!

manipuliert werden, denn am weitesten vorne ranken immer Seiten die sehr viele Backlinks von anderen Seiten haben. Und da sehr sehr viel auf Google verlinkt wird, sind deren Seiten auch meist an vorderster Stelle.

Dies kann Hr. Burda aber ändern, in dem er dafür sorgt, dass möglichst viele andere Webseiten auf seine Angebote verlinken, dann werden auch die gewünschten und damit andere Seiten als Google, ein gutes Ranking erreichen. mehr Hilfe unter: www.sem-seo-gmbh.de


seoux

19.11.2010
!

Wer nicht möchte, dass die Seite in der neuen Google Voransicht gezeigt oder Daten daraus gezogen und aufbereitet werden, der kann Google ganz einfach vom Besuch der eigenen Seite sperren. Dazu einfach einen ca 50 Zeichen langen Eintrag in die robots.txt machen und schon kommt googlebot nicht mehr vorbei.


bingfan

19.11.2010
!

Google hat wie alle anderen Service-Anbieter das Recht, seinen Service so zu gestalten, wie sie es für richtig erachten. Wenn es den Nutzern nicht gefällt, werden sie zu Konkurrenzangeboten greifen, die es in ausreichender Zahl gibt.

Die EU ist übrigens nicht zuständig: "Die Webseiten unter www.google.de und die auf diesen Seiten vorgehaltenen Services, einschließlich der Suchfunktion, werden Ihnen angeboten von: Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, USA"


Christian Meier

Christian Meier

WeltN24 GmbH
Redakteur für Medienthemen

20.11.2010
!

@ Horst Berghaeuser - das Beispiel ist von mir, war aber im Sinne der Burda´schen Argumentation gewählt. In meiner Suchanfrage nach Kinofilmen in Berlin (nutze ich tatsächlich öfter) erscheint sehr wohl zuerst eine Google-eigene Seite, erst dann kino.de und Co.
@ bingfan - auch wenn für US-Unternehmen tatsächlich zB bei Social Networks andere rechtliche Bestimmungen gelten, wäre die EU zuständig, würde sich der Verdacht bestätigen, dass Google eine Monopolstellung ausnutzt.


David

22.11.2010
!

@christian meier - Also jetzt mal im Ernst: Klar sind die Google-Angebote ganz weit oben gelistet. Denn Google investiert in seine Produkte und will die daher auch optimal cross-promoten. Zum Kinobeispiel: Google bietet einen Suchdienst an - und eben auch einen Spezial-Suchdienst für Kinoprogramme. Na klar ist der dann oben! Wieso sollte Google denn der vollständigen Objektivität verpflichtet sein? Sind Verleger oder Herausgeber etwa objektiv?!?


Christian Meier

Christian Meier

WeltN24 GmbH
Redakteur für Medienthemen

22.11.2010
!

@David - Nun, viele Verleger und Medienunternehmen allgemein sehen das eben anders. Sie werfen Google einen Missbrauch seiner Quasi-Monopolstellung vor. Hätte die Suchmaschine nur einen Marktanteil von 40 Prozent, dann würden Sie nicht einen solchen Aufstand machen. Da der Marktanteil aber viel höher ist, glauben sie, dass ein Monopolist seine Stellung ausnutzt. Hier sind dem Markt von der Wettbewerbsbehörde Grenzen gesetzt, allerdings müssen die Verleger auch Beweise erbringen.


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