Milliarden-Deal: Google will offenbar Groupon kaufen

22.11.2010
 

Internetriese Google plant nach einem Bericht des US-Branchenblogs All Things Digital die Übernahme des Couponing-Angebots Groupon. Der Deal könnte demnach rund 3 Mrd Euro schwer sein, beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme bisher ab.

Internetriese Google plant nach einem Bericht des US-Branchenblogs All Things Digital die Übernahme des Couponing-Angebots Groupon. Der Deal könnte demnach rund 3 Mrd Euro schwer sein, beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme bisher ab.

Der Deal sei indes noch nicht in trockenen Tüchern, bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung fallen. Als potenzielle (und einzig potente) Käufer nennt das Blog zudem Amazon, Microsoft und eBay, mit Abstrichen auch Facebook. Sollte der Deal mit Google zustande kommen, wäre die Groupon-Übernahme die teuerste, die das Unternehmen je getätigt hat.

Bereits im März war die Rede von regem Kauf-Interesse seitens diverser Technologie-Unternehmen - darunter auch Yahoo. Yahoo wollte offenbar ebenfalls bis zu drei Mrd Dollar locker machen. Die Eigner um Gründer und CEO Andrew Mason sollen das Angebot aber als zu niedrig bewertet haben.

Zu den Investoren von Groupon zählt neben Accel Partners (Facebook, Glam, comscore) auch der russische Internetfinanzier mail.ru (ehemals DST), der ebenfalls an Facebook beteiligt ist und kürzlich an die Börse ging (kress.de vom 26. Oktober 2010).

Das Groupon-Prinzip: Für eine begrenzte Frist bietet die Online-Plattform Rabatt-Coupons für Dienstleistungen an. Die Ermäßigungen liegen bei bis zu 80%. Der Kauf kommt nur zustande, wenn sich eine Mindestanzahl von Online-Käufern für den Deal entscheidet - daher auch die Bezeichnung Crowd-Shopping. Das Geschäftsmodell eignet sich insbesondere für regionale Coupon-Anbieter, aber auch nationale Deals sind mittlerweile die Regel.

Im Mai expandierte Groupon mit der Übernahme des Samwer-Klons CityDeal nach Deutschland (kress.de vom 17. Mai 2010). Wettbewerber ist das Berliner Start-Up DailyDeal. Die zunächst zahlreichen weiteren Klone haben sich bereits wieder vom Markt verabschiedet.

Das Geschäftsmodell weckt hierzulande auch das Interesse von Zeitungsverlagen, die ihr Revier schützen müssen und lokale Reichweiten monetarisieren wollen. Seit einigen Monaten sind "westdeal.de" von der WAZ Mediengruppe und "sachsendeal.de" von der "Leipziger Volkszeitung" am Start. Weitere Verlagshäuser planen dem Vernehmen nach ähnliche Angebote nach dem Vorbild der WAZ.

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