MDS-Chefredakteure wütend auf Konstantin Neven DuMont: "Sämtliche Behauptungen widersprechen der Wirklichkeit"

30.11.2010
 

Nächstes Kapitel in der offenbar unendlichen Geschichte um Konstantin Neven DuMont: Nun haben sich die Chefredakteure der zu M. DuMont Schauberg gehörenden Zeitungen mit einer gemeinsamen Erklärung in die Affäre eingeschaltet. Kurz zusammengefasst: Sie haben die Faxen dicke.

Nächstes Kapitel in der offenbar unendlichen Geschichte um Konstantin Neven DuMont: Nun haben sich die Chefredakteure der zu M. DuMont Schauberg gehörenden Zeitungen mit einer gemeinsamen Erklärung in die Affäre eingeschaltet. Kurz zusammengefasst: Sie haben die Faxen dicke.

Die Erklärung, die am Mittwoch in den MDS-Blättern veröffentlicht werden soll, im Wortlaut:

"Seit sechs Wochen werden wir beinahe täglich mit Interviews und Statements von Konstantin Neven DuMont konfrontiert. Über andere Medien, vor allem "Bild Köln", breitet er Interna des Medienhauses M. DuMont Schauberg ebenso wie Familien-Angelegenheiten öffentlich aus. Im "Spiegel" müssen wir lesen, Konstantin Neven DuMont finde den Verlag zunehmend unsympathisch. In "Bild Köln" hieß es, die Qualität der von uns geführten Zeitungen habe sich seit seiner Beurlaubung vom Vorstandsamt dramatisch verschlechtert. An anderer Stelle behauptet er, jeder mache bei MDS, was er wolle, der Wert des Unternehmens sinke. Es gebe ein Führungsvakuum, und die Mitarbeiter stünden unentschlossen zwischen ihm und seinem Vater. Sämtliche Behauptungen widersprechen der Wirklichkeit, die wir täglich erleben und setzen unser gemeinsames Haus herab sowie alle, die es repräsentieren und dafür arbeiten. Das ist Anlass für unsere Erklärung."

Und weiter: "Wir, die Chefredakteure der MDS-Zeitungen, stehen zu den Beschlüssen des Aufsichtsrates, Konstantin Neven DuMont aus seinen Ämtern abzuberufen, beziehungsweise zu beurlauben. Aus Respekt gegenüber der Person und aus Loyalität gegenüber dem Unternehmen und seinen Gesellschaftern haben wir in der Öffentlichkeit bisher keine Stellung genommen. Allerdings ist Loyalität aus unserer Sicht eine Verpflichtung auf Gegenseitigkeit. Auch wir vertreten dieses Haus nach außen. Wir haben erwartet und erwarten daher, dass Konstantin Neven DuMont seinen Teil der Verpflichtung anerkennt und wahrnimmt. Zu den selbstverständlichsten Regeln gehört, der publizistischen Konkurrenz kein Material zu liefern, das im Wettbewerb gegen uns verwendet wird und Personalangelegenheiten intern und vertraulich zu behandeln. Aus dem Kreis aller Mitarbeiter der Mediengruppe erreichen uns irritierte und besorgte Fragen. Umso mehr müssen wir Wert darauf legen, dass die tägliche Arbeit in unseren Redaktionen und Verlagen nicht länger durch abträgliche und substanzlose Äußerungen beeinträchtigt wird"

Hartmut Augustin, Hans-Jürgen Greye, "Mitteldeutsche Zeitung"; Hans-Peter Buschheuer, "Berliner Kurier"; Brigitte Fehrle, DuMont Redaktionsgemeinschaft; Joachim Frank, Rouven Schellenberger, "Frankfurter Rundschau"; Rudolf Kreitz, "Express"; Frank Niggemeier, "Hamburger Morgenpost"; Peter Pauls, "Kölner Stadt-Anzeiger"; Uwe Vorkötter, "Berliner Zeitung".

"Der Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg und die Geschäftsführer der Unternehmensbereiche Köln, Berlin, Frankfurt, Halle und Hamburg stimmen der Erklärung der Chefredakteure ausdrücklich zu und begrüßen sie. Wir sind uns in der Beurteilung des Verhaltens von Konstantin Neven DuMont und der sich daraus ergebenden Konsequenzen einig."

Ihre Kommentare
Kopf
Theodor Fruendt

Theodor Fruendt

teamwork text und foto GbR / Büro Paris
Fotograph & Text

30.11.2010
!

Was dem einen sein "Leaks" ist dem anderen sein Kummer. Wer den Kollegen in die Nase sticht braucht sich nicht wundern wenn die verschnupft reagieren. Bei dem kleinen linken Freitag hatte sich der Erbe diskreter verhalten.


H. Joachim

30.11.2010
!

Vielleicht erfahren wir ja von Konstantin noch ein paar Details zur vollständigen Übernahme des Bundesanzeiger-Verlags ("Gelddruckmaschine") durch Dumont Schauberg im Jahr 2006. Bis heute sind die Umstände dieser dubiosen Privatisierung ja sehr intransparent. Aber da sich seit 4 Jahren kein deutscher Journalist an dieses Thema rantraut, werden wir wohl weiter vergeblich auf Aufklärung hoffen, wenn der Junior nicht "auspackt"...


Andreas S.

30.11.2010
!

Tja, so ist das bei Dumont. Einer sagt die Wahrheit, aber 20 sind deswegen angepisst...


jayare

01.12.2010
!

Loyalität fängt meiner Meinung nach in der Mitte an und dass abhängige Angestellte sich einmischen ist deren Entscheidung, aber die Wahrheit liegt doch meist in der Mitte, also mind. 50% streichen. Aber wie zumeist haben die Jouralisten IHRE eigene Meinung und es ändert nichts an der Situation, dass wir Leser nicht im einen oder anderen Boot sitzen. Von daher Langeweile....bitte andere Dinge.


Johannes

01.12.2010
!

Die Argumentation der Chefredakteure finde ich nachvollziehbar.

Konstantin Neven DuMont (KNDM) zielt andauernd unter die Gürtellinie, während die Chefredakteure schlicht festhalten, dass sie ihm nicht zustimmen. Klar, die Vermutung könnte entstehen, dass die das halt irgendwann mal tun müssen.

Aber KNDMs Kritik ist so unterirdisch platt, dass ich das Gefühl nicht loswerde, dass hier ein verletztes Ego laut aufschreit. Wahrscheinlich ist es besser für den Verlag, dass KNDM wech iss.


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