6-Mrd-Dollar-Deal geplatzt: Groupon lässt Google offenbar stehen

04.12.2010
 

Die Groupon-Übernahme durch Google ist offenbar gescheitert. Wie US-Medien, darunter die "New York Times" am Samstag berichteten, lehnte Groupon die Offerte des Internetriesen ab. Google soll immerhin 6 Mrd US-Dollar für Groupon geboten haben. Stattdessen will Groupon nun Kapital von anderen Investoren besorgen und Geld an der Börse aufnehmen, wie das "Wall Street Journal" schreibt.

Die Groupon-Übernahme durch Google ist offenbar gescheitert. Wie US-Medien, darunter die "New York Times" am Samstag berichteten, lehnte Groupon die Offerte des Internetriesen ab. Google soll immerhin 6 Mrd US-Dollar für Groupon geboten haben. Stattdessen will Groupon nun Kapital von anderen Investoren besorgen und Geld an der Börse aufnehmen, wie das "Wall Street Journal" schreibt.

Nach Informationen des "Chicago Tribune" werde Groupon die Entscheidung über einen IPO im kommenden Jahr treffen.

In den vergangenen Tagen galt der Deal kurzzeitung schon für unter Dach und Fach (für 2,5 Mrd Dollar) bis das deutlich höhere Angebot publik wurde. Hierzulande hatten sich die deutschen Investoren rund um die Samwer-Brüder schon die Hände gerieben. Ihr Groupon-Klon CityDeal wurde im Mai vom US-Vorbild persönlich gekauft; eine Google-Übernahme hätte einen Exit in dreistelliger Mio-Höhe bedeutet. Zu den Investoren zählt auch Holtzbrinck Ventures.

Mitte des Jahres hatte Groupon bereits ein Angebot von Yahoo ausgeschlagen. Der Internetkonzern soll bereit gewesen zu sein, bis zu 3 Mrd Dollar zu bezahlen. Zu wenig für das Groupon-Management um CEO Andrew Mason.

Groupon ist in den vergangenen zwei Jahren schnell gewachsen. Derzeit ist von 35 Mio Mitgliedern die Rede und etwa 50 Mio Dollar Umsatz - monatlich. Über den Deal-Dreh vor Ort schafft es Groupon, lokale Reichweiten zu Geld zu machen und knapst lokale Werbebudgets von kleinen Händlern und Dienstleistern vor Ort an. Insbesondere auch deutsche Regionalzeitungen sehen die Entwicklung mit Argwohn und halten teils mit eigenen Klons dagegen.

Allein das hohe Angebot, das kolportiert wurde, zeigt: Für Google wäre die Übernahme von hoher strategischer Wichtigkeit gewesen. Groupon ist unter den ortsbasierten Services bereits eine große Hausnummer und treibt das Geschäftsmodell voran. Eine Übernahme böte die Option aus teuren Angeboten wie Google Maps bzw. Google Places Kapital zu schlagen. Wettbewerber Facebook, der im sozialen Web dem großen Rivalen Google ein paar Schritte voraus ist, hat unlängst Facebook Places gestartet und mit Facebook Deals einen adäquaten Groupon-Pendant in der Pipeline.

Google selbst hängt weiterhin zu stark von den (hohen) Umsätzen der Such-Werbung ab und sucht händeringend nach Diversifikation seines Erlösmodells.

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