"Gezielte Geschäftsschädigung": Bauer verlässt VDZ-Fachverband Publikumszeitschriften

 

Der Eklat ist da: Die Bauer Media Group verlässt den Fachverband Publikumszeitschriften des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) mit sofortiger Wirkung. Der Verlag reagiert mit dem Austritt auf eine Stellungnahme des VDZ-Arbeitskreises Pressemarkt Vertrieb (PMV) und weiterer Mitgliedsverlage, die sich gegen die Bauer-Marketingkampagne im Lebensmitteleinzelhandel richtete (kress.de vom 26. November 2010). Bauer wertet diese Pressemitteilung von Ende November als "gezielte Geschäftsschädigung". Wegen seiner fortbestehenden Mitgliedschaft im Verband der Zeitschriftenverlage Nord gehört Bauer trotz des Austritts aus dem Fachverband (zunächst) weiterhin dem VDZ an.

Der Eklat ist da: Die Bauer Media Group verlässt den Fachverband Publikumszeitschriften des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) - "mit sofortiger Wirkung", wie es in einer Mitteilung heißt. Der Verlag reagiert mit dem Austritt auf eine Stellungnahme des VDZ-Arbeitskreises Pressemarkt Vertrieb (PMV) und weiterer Mitgliedsverlage, die sich gegen die Bauer-Marketingkampagne im Lebensmitteleinzelhandel richtete (kress.de vom 26. November 2010). Bauer wertet diese Pressemitteilung von Ende November als "gezielte Geschäftsschädigung".

Der Verlag versucht derzeit, Supermärkte durch seine Kampagne zur Vollsicht-Platzierung von "Top-Sellern", also umsatzstarken Titeln, zu bewegen (kress.de vom 4. November 2010). Die übrigen Verlage des PMV sehen darin einen Versuch, das Grosso zu umgehen, und die Gefährdung seines Dispositionsrechts. Außerdem würde Bauer selbst von einer Top-Präsentation der starken Titel am meisten profitieren.

Bauer greift nun "Inhalt, Diktion und Zustandekommen" der PMV-Stellungnahme von November als "beispiellos" an. Die Bauer Media Group werde "ohne sachlichen Grund in der Öffentlichkeit diskreditiert", und der VDZ habe "in den Wettbewerb eingegriffen". Die eigene Marketingaktion sei "zulässig" und entspreche "den Usancen der Branche", so Bauer weiter: "Bei vielen großen und kleinen Verlagen und Nationaldisdistributeuren ist Einzelhandelsmarketing auch ohne die Einbeziehung des Grosso möglich." Der Verlag kritisiert zudem, dass die Stellungnahme des PMV lediglich Ergebnis einer Telefonkonferenz des Arbeitskreises gewesen sei und der VDZ-Vorstand nicht über das Thema entschieden habe. Auch wegen "weiterer, ähnlich gerichteter Aktivitäten gegen das Medienunternehmen" habe man keine Wahl, als die Mitgliedschaft umgehend zu beenden.

Bauer bleibt VDZ-Mitglied

Bauer gehört (zunächst) weiter mittelbar dem VDZ an: Der Verlag hat zwar den Fachverband Publikumszeitschriften verlassen, bleibt aber Mitglied des Verbands der Zeitschriftenverlage Nord, der wiederum ordentliches VDZ-Mitglied ist. Die Frage, ob Bauer dem Landesverband die Treue hält, wollte  Joachim Klähn, Kommunikationschef des Unternehmens, auf Anfrage von kress nicht beantworten.

VDZ will Brücken bauen

Beim VDZ hat man offenbar Hoffnung, dass das Verhältnis zu Bauer doch noch gekittet werden kann: Der scheidende Hauptgeschäfsführer Wolfgang Fürstner betont in einer ersten Reaktion jedenfalls, dass die Hand der Verlagsgemeinschaft ausgestreckt bleibe. Zwar habe man in Vertriebsfragen keinen gemeinsamen Nenner erreicht, bei vielen anderen für das Zeitschriftengeschäft wichtigen Themen stünden die VDZ-Mitgliedsverlage und Bauer aber für denselben Kurs. Ähnlich lässt sich auch Manfred Braun zitieren, der Vorstandssprecher des Fachverbands Publikumszeitschriften: "Ich bin nicht ohne Vertrauen, dass wir wieder eine Brücke zu Bauer gebaut bekommen. Das setzt aber voraus, dass uns Sachfragen im Verband nicht trennen. Alle benötigen die Bereitschaft, diese untereinander zu diskutieren und zu einer Lösung zu streben."

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.