"Das kann man besser machen": Anne Will kritisiert ARD

 

Die Talkshow-Moderatorin Anne Will hat gegenüber dem "Spiegel" die ARD kritisiert. Nach der Verpflichtung von Günther Jauch hatte die ARD den Sendeplatz von Will am Sonntagabend an den Neuzugang, der im Herbst 2011 kommt, vergeben. Will rückt nun nach einigem Hin und Her auf den Mittwoch. Die Moderatorin sagte dem Nachrichtenmagazin, die "monatelange Hängepartie" sei "unschön" gewesen: "Das kann man besser machen."

Die Talkshow-Moderatorin Anne Will hat gegenüber dem "Spiegel" die ARD kritisiert. Nach der Verpflichtung von Günther Jauch hatte die ARD den Sendeplatz von Will am Sonntagabend an den Neuzugang, der im Herbst 2011 kommt, vergeben. Will rückt nun nach einigem Hin und Her auf den Mittwoch. Die Moderatorin sagte dem Nachrichtenmagazin, die "monatelange Hängepartie" sei "unschön" gewesen: "Das kann man besser machen."

Es wäre vorteilhafter gewesen, so Will, wenn die ARD gleichzeitig mit der Verpflichtung von Jauch ein komplettes Konzept für den Rest der Talk-Woche fertig gehabt hätte. Weniger als die Tatsache, dass der Sendeplatz anderweitig vergeben worden sei, störe sie die Vorgehensweise, bzw. der Stil der Öffentlich-Rechtlichen Senderchefs. Alles andere hätte freilich auch so ausgesehen, als sei sie beleidigt, dass ihr der Sendeplatz genommen wurde.

Ihrem Kollegen Jauch gibt Will den Rat: "Jeder, der das macht, ist gut beraten, im Vorfeld nicht allzu große Erwartungen aufzubauen. Denn die bringt der Sonntagabend ganz von allein mit sich."

In der Tat hat sich die ARD intern keinen Gefallen getan, gleich eine ganze Reihe von Stars in ihren Reihen zu vergrätzen, und nur dem Neuzugang Jauch ein gemachtes Bett zu präsentieren. Der Sendeplatz nach dem Krimi am Sonntagabend funktioniert in der Regel besser als andere Termine innerhalb der Woche. Jauchs Popularität wird ein übriges tun, eine ansehnliche Quote zu erzielen. Andererseits hätte Jauch sicherlich auch keine großen Probleme gehabt, in der Woche ein großes Publikum anzuziehen.

Doch so verärgerte die ARD Anne Will, die mit ihrer Sendung gute Quote erzielt. Sie verärgerte vermutlich auch Frank Plasberg, der mit "Hart aber Fair" im kommenden Jahr montags sendet. Reinhold Beckmann wandert mit seinem Talk dagegen von Montag auf Donnerstag. Da parkte bisher Harald Schmidt, der bekanntlich zu Sat.1 zurückkehrt.

Einfacher wäre es gewesen, Jauch hätte den Sendeplatz von Schmidt bekommen. Doch der späte Slot am Donnerstag passte den ARD-Bossen (oder Jauch selber) offensichtlich nicht, zumal Jauch vermutlich gegen Maybrit Illner im ZDF angetreten wäre. Da muss nun Beckmann sehen, wie er zurechtkommt.

Die Äußerungen Anne Wills zeigen nun, dass die Entscheidungsstrukturen in der ARD tatsächlich so behäbig sind wie eh und je. Medienpromis wie Jauch an den Sender zu binden, sind mit dem richtigen gebührenfinanzierten Kleingeld in der Tasche kein Problem. Das Problem ist, alle Interessen und Befindlichkeiten so zu kanalisieren, dass ein in sich geschlossenes Wochenkonzept entsteht und sich niemand auf den Schlips getreten fühlt. Gelungen ist das nicht.

Ihre Kommentare
Kopf

Gerd

19.12.2010
!

Irgendwann, wenn Tagesschau und Tatort so einer verdammten Quasselschau Platz machen müssen, dann werde ich komplett im Internet verschwinden.


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