Niggemeier über die "Gratiskultur Print": Die Doppelmoral der Verlage bei nicht-zahlenden Lesern

04.01.2011
 

Medienjournalist Stefan Niggemeier weist in seinem Blogeintrag "Gratiskultur Print" auf die vermeintliche Doppelmoral der Verlage bei nicht-zahlenden Lesern hin. In der Printwelt habe sich eine gewaltige Kostenlos-Kultur entwickelt. "Massen von Menschen glauben, für Zeitungen nicht zahlen zu müssen, und nutzen sie skrupellos Tag für Tag umsonst - ohne sich zu fragen, wovon der Bauer denn leben soll, wenn der Supermarkt seine Butter verschenkt".

Medienjournalist Stefan Niggemeier weist in seinem Blogeintrag "Gratiskultur Print" auf die vermeintliche Doppelmoral der Verlage bei nicht-zahlenden Lesern hin. In der Printwelt habe sich eine gewaltige Kostenlos-Kultur entwickelt. "Massen von Menschen glauben, für Zeitungen nicht zahlen zu müssen, und nutzen sie skrupellos Tag für Tag umsonst - ohne sich zu fragen, wovon der Bauer denn leben soll, wenn der Supermarkt seine Butter verschenkt".

Und die Verlage störten sich nicht daran, sondern seien auch noch stolz darauf, so Niggemeier. Je häufiger beispielsweise die "Bild"-Zeitung weitergereicht werde, desto mehr Geld könnten die Verlage von der Anzeigenkunden verlangen. Hintergrund ist, dass laut "Media Analyse" die "Bild" auf eine Reichweite von 12,53 Mio Lesern kommt, also ein Großteil die Zeitung liest, ohne zu bezahlen.

"In Wahrheit haben die Mathias Döpfners dieses Landes trotz des ganzen Geheules, dass Leistung honoriert werden müsse, kein Problem mit Menschen, die ihre Medien nutzen, ohne dafür zu bezahlen", schreibt Niggemeier. Sie verdienten auch an diesen Menschen, weil sie deren Aufmerksamkeit an die Werbekunden weiterverkaufen könnten. "Die Mathias Döpfners dieses Landes haben nur im Internet ein Problem mit nicht-zahlenden Lesern, weil die Werbeerlöse dort so niedrig sind, dass sich höhere Lesezahlen nicht entsprechend lohnen." Deshalb sollen an vielen Stellen die Bezahlschranken heruntergelassen werden, so Niggemeier. Mit der angeblichen Gratiskultur habe das nichts zu tun.

Ihre Kommentare
Kopf

Markus Jörin

04.01.2011
!

Ich kann die Aufregung nicht verstehen. Eine Zeitung lebt mehrheitlich von Anzeigekunden, und denen kann die (verkaufte) Auflage ja eigentlich egal sein, solange mit der Anzeige genügend Endkunden (resp. Leser) erreicht werden. In der Schweiz konzentriert man sich deshalb in der Werbeplanung schon lange auf Leserzahlen, nicht auf Auflagezahlen. Diese Leserzahlen werden durch eine neutrale Stelle für alle Titel zwei Mal jährlich erhoben.


Prof. Moriarty

05.01.2011
!

@ Markus Jörin: Die Leserzahlen haben die gleiche Aussage wie die Einschaltquote, ob man wirklich schaut oder der TV nur nebenbei läuft wird nie geklärt! Ebenso bei dem MA/Allensbacher Leseranalyse, wer gibt schon zu einen Artikel nicht vollständig gelesen zu haben? Selbst die "Klicks" im Internet sagen nichts aus ob ein Leser den Artikel wirklich gelesen hat! Man sollte bei der Quotenmessung nicht nur die Zielgruppe nach Alter aufteilen sondern eher nach Bildungsstand! Verlierer RTL & Co.


Alexander MacG

Alexander MacG

Seamaster Media Ltd
Producer & EcoWarrior

05.01.2011
!

Was sagt der Bildungsstand denn über den Faktor aus, der alle interessiert?

Selbst die Einkommensgröße ist zu vernachlässigen... und das was mich als Macher am meisten interessiert, kann ich eh kaum bis gar nicht erforschen oder danach selektieren.

Wie groß ist die Spendier- und Kauflaune???

Der einzige relevante Faktor in dem ganzen Spiel und dass Verlage hier schon verloren haben, geht jedem auf, der sich nicht die Quoten nach % ansieht, sondern im TV wie Print die absoluten Zahlen.


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