Ex-Sat.1-Chef Hoffmann im kress-Neujahrsgespräch: "Es gibt von uns keine Bits and Pieces"

 

Eigentlich hat Martin Hoffmann, 51, ehemaliger Chef von Sat.1 und beim Produzenten MME Moviement, im vergangenen Jahr die Seiten gewechselt. Als neuer Intendant der Berliner Philharmoniker schlug er ein neues Kapitel auf, das mit der Medienbranche nur noch am Rande zu tun hat. Mit kress setzte Hoffmann sich trotzdem noch einmal an den Tisch, um über die Digitalisierung in Medien- und Musikindustrie zu sprechen.

Eigentlich hat Martin Hoffmann, 51, ehemaliger Chef von Sat.1 und beim Produzenten MME Moviement, im vergangenen Jahr die Seiten gewechselt. Als neuer Intendant der Berliner Philharmoniker schlug er ein neues Kapitel auf, das mit der Medienbranche nur noch am Rande zu tun hat. Mit kress setzte Hoffmann sich trotzdem noch einmal an den Tisch, um über die Digitalisierung in Medien- und Musikindustrie zu sprechen.

Hoffmann glaubt fest an das Internet als Medium für den Vertrieb klassischer Musik: "Das ist der richtige Weg". Die Philharmoniker basteln schon seit einiger Zeit mit zunehmendem Erfolg an der "Digital Concert Hall", einer Plattform für die Übertragung von zurzeit etwa 30 Konzerten im Jahr in HD-Qualität. Aktuell hat die DCH 77.000 registrierte Nutzer, 4.300 Abonnenten haben für 149 Euro ein Jahresticket gelöst. Zwar ist die DCH noch nicht profitabel, doch das Ziel habe man im Blick.

"Wir können ein digitales Haus für die Klassik aufbauen", schaut Hoffmann in die Zukunft. Eine Kooperation mit Google könne er sich vorstellen. Das Ziel sei, klassische Musik weiter ins Gespräch zu bringen. Auf Facebook hat das Orchester über 140.000 Fans. "Sensationell", schwärmt der Intendant.

Was die Philharmoniker allerdings nicht dürften - ihre Positionierung verwässern: "Es gibt von uns keine Bits and Pieces. Happen in 2 Minuten 30 - das wäre genau das Falsche."

In dem Gespräch kritisierte Hoffmann den Ansatz der Öffentlich-Rechtlichen TV-Sender, große Teile ihres Programms ins Internet auszulagern. "Ich habe gesehen, dass das ZDF für seine Mediathek mit der Frage 'Verpasst?' wirbt. Darauf muss man allerdings erst einmal kommen, dass man sagt: Mein eigenes Medium wird bedeutungslos." Zuschauer könnten sich so aufgefordert fühlen, gleich die Sendungen im Internet anzuschauen. "Solche Aufforderungen nehmen mir aber wirklich Relevanz vom Sender."

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