177 Mio Euro Ausstattung: Holtzbrinck Ventures legt neuen Internet-Fonds auf

11.01.2011
 

Holtzbrincks Wagniskapital-Arm Holtzbrinck Ventures hat einen neuen Investment-Fonds für deutsche Internetfirmen aufgelegt. Der mittlerweile vierte Fonds unter dem Dach der Verlags-Tochter hat 177 Mio Euro in der Börse, auch dank des zweiten Geldgebers Harbourvest. Vor allem in die Sparten E-Commerce, Mobile und Games soll Kapital fließen, so Holtzbrinck-Ventures-Manager Martin Weber.

Holtzbrincks Wagniskapital-Arm Holtzbrinck Ventures hat einen neuen Investment-Fonds für deutsche Internetfirmen aufgelegt. Der mittlerweile vierte Fonds unter dem Dach der Verlags-Tochter hat 177 Mio Euro in der Börse, auch dank des zweiten Geldgebers Harbourvest.

Den Löwenanteil an dem neuen Fonds halten die beiden Investoren, das Team ist mit 7,5% beteiligt - mehr als bislang üblich.

Zugute kommen soll die Starthilfe insbesondere deutschen Gründern, die Geschäftsideen in den Sparten E-Commerce, Mobile und Games vorweisen können. "Spannend sind künftig sicher auch Social Commerce Projekte, die aber heute noch nicht sichtbar sind", sagt Martin Weber, Partner bei Holtzbrinck Ventures im Gespräch mit im Gespräch mit "FAZ"-Netzökonom Holger Schmidt. "Einerseits wollen wir die heute schon funktionierenden Geschäftsmodelle skalieren und internationalisieren", so Weber weiter. "Viele deutsche Unternehmen gehen zu selten ins Ausland".

Barriere hierzulande sei, die Zurückhaltung deutscher Geldgeber in junge Startups zu investieren, deren Geschäftsmodell sich noch nicht bewährt habe. Zudem sei es schwer, sein Investment später mit guter Rendite wieder loszuwerden. "Große Exits sind meist nur mit den Amerikanern möglich", so Weber.

Unlängst hat Weber die in Deutschland populäre Shopping-Community brands4friends für 150 Mio Euro an eBay verschachert (kress.de vom 20. Dezember 2010). In dieser Höhe eine Ausnahme, so Webers Tenor. Man müsse auch mit "20, 30 oder 40 Mio Euro zufrieden sein". Zuletzt platzte die 6-Mrd-Übernahme der Rabatt-Plattform Groupon durch Google (kress.de vom 4. Dezember 2010). Gemeinsam mit Otto und der schwedischen AV Kinnevik hält Holtzbrinck Ventures etwas weniger als 4% an Groupon.

Er weine dem verpassten Geschäft aber keine Träne nach, so Weber. "Auf dem Weg zu einem anderen Exit - zum Beispiel einem Börsengang - gibt es immer wieder Transaktionen, die Kleinaktionären die Möglichkeit zu Ausstieg gibt."

Anders bei studiVZ, dem prominentesten Kleinod im Holtzbrinck-Portfolio, das sich mittlerweile in den schwarzen Zahlen befinden soll. Einst bot sich die Chance das Berliner soziale Netzwerk komplett an den großen US-Rivalen Facebook zu verkaufen. Doch damals habe deren Geschäftsmodell noch in Frage gestanden, und die Amerikaner hätten nur mit Anteilen bezahlen wollen - um die sich die Investoren heute allerdings reißen. Weber: "Das wäre dann das wirklich dicke Ding gewesen."

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