Bauer will Grosso-"Pilotabschluss" nicht übernehmen: "Für Verlage existenzbedrohend"

 

Die Bauer Media Group will den zwischen Bundesverband Presse-Grosso und Axel Springer Ende 2010 ausgehandelten "Pilotabschluss" nicht übernehmen. Das sagte Geschäftsleiter Andreas Schoo (Foto) dem Branchendienst "textintern". Wenn die Verlage geschlossen den Vertrag unterzeichneten, würde das zu Mehrkosten in dreistelliger Mio-Höhe führen: "Das wäre für die Verlage existenzbedrohend", meint Schoo.

Die Bauer Media Group will den zwischen Bundesverband Presse-Grosso und Axel Springer Ende 2010 ausgehandelten "Pilotabschluss" nicht übernehmen. Das sagte Geschäftsleiter Andreas Schoo (Foto) dem Branchendienst "textintern". Wenn die Verlage geschlossen den Vertrag unterzeichneten, würde das zu Mehrkosten in dreistelliger Mio-Höhe führen: "Das wäre für die Verlage existenzbedrohend", meint Schoo.

Der Grosso-Verband und Springer hatten sich im Dezember auf eine Vereinbarung geeinigt, die das Grosso nun auch den anderen Verlagen anbietet (kress.de vom 16. Dezember 2010). Der Abschluss sieht in einem vertriebspolitischen Teil Regelungen vor, die den Wünschen der Grossisten entgegenkommen: So soll die Gemeinsame Erklärung von 2004 auch im Verhältnis zwischen dem Verlag und einzelnen Grossisten gelten und verbindlicher werden. Der Presse-Großhandel musste aber mit finanziellen Zugeständnissen an Springer bezahlen: Springer setzte eine Bonusregelung durch, die von 2012 bis 2017 gilt. Demnach bekommt der Verlag einen Bonus, wenn die Titel des Hauses gegenüber 2010 im Handel an Umsatz zulegen.

"Die Bonusregelung wird allenfalls und auch nur bei sehr optimistischer Betrachtung der Bild-Zeitung helfen", argumentiert nun der Bauer-Manager Schoo. "Ehrlicherweise hätte man dann die Vereinbarung auch 'Bild Plus' nennen sollen. Wir sehen 'Bonus Plus' als eine Tageszeitungsvereinbarung." Er fordert hingegen "zukunftsweisende Verträge für die Zeitschriftenbranche".

Auch Bauer hat mit den Grossisten im vergangenen Jahr verhandelt. Sie lehnten die Forderung des Verlags nach einer Absenkung der Handelsspannen aber ab und wollen sich auch nicht auf dezentrale Verhandlungen einlassen. Bauer erwägt nun offenbar eine Kartellklage. Ob er diesen Weg geht, ließ Schoo im Gespräch mit "textintern" offen.

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