Hauptsache, es bleibt in der Familie: Alfred Neven DuMont holt seine Tochter in den Vorstand

 

Alfred Neven DuMont, 83, hat sich für eine dynastische Nachfolgereglung beim Medienhaus M. DuMont Schauberg (MDS) entschieden: Seine Tochter Isabella Neven DuMont (Foto), 42, ist in den Vorstand berufen worden. Sie nimmt den Patz ein, den ihr Bruder Konstantin Neven DuMont im vergangenen Jahr aufgeben musste. Er war für Strategie und Kommunikation zuständig gewesen.

Alfred Neven DuMont, 83, hat sich für eine dynastische Nachfolgereglung beim Medienhaus M. DuMont Schauberg (MDS) entschieden: Seine Tochter Isabella Neven DuMont (Foto), 42, ist in den Vorstand berufen worden. Sie nimmt den Patz ein, den ihr Bruder Konstantin Neven DuMont im vergangenen Jahr aufgeben musste. Er war für Strategie und Kommunikation zuständig gewesen. Die genauen Verantwortlichkeiten von Isabella Neven DuMont sind laut MDS noch nicht festgelegt. Dem Vorstand gehören wie gehabt auch Christian DuMont Schütte, Eberhard Klein und Franz Sommerfeld an.

Konstantin Neven DuMont hat seinen Vorstandposten und seine Funktion als Herausgeber mehrerer Titel des Hauses verloren, nachdem er in einer Blog-Affäre eine schlechte Figur gemacht und im Anschluss seinen Vater, das Medienhaus und seine Manager immer wieder attackiert hatte (kress.de vom 9. Dezember 2010). Schon während des qualvoll langen Prozesses von Konstantins Ablösung wurde spekuliert, dass der Altverleger nach dem Scheitern der ursprünglichen Nachfolgeregelung seine Tochter Isabella ins Unternehmen holt.

Das ist nun passiert - zur Überraschung vieler MDS-Mitarbeiter: Isabella Neven DuMont hat nämlich bislang aktiv nichts mit dem Kerngeschäft des Familienunternehmens zu tun gehabt. Die studierte Betriebswirtin war zwischen 1993 und 2003 Chefredakteurin verschiedener Fachzeitschriften, unter anderem des "Araber-Journals", und hat Pferdebücher veröffentlicht. Seit 2006 leitet sie das studio dumont, ein Veranstaltungsforum in Köln, und 2009 eröffnete sie  einen Hochseilgarten - mit einem Investitionsvolumen von mehreren Mio Euro, wie MDS sicherlich nicht ganz zufällig in der Mitteilung herausstreicht. Man könnte jetzt witzeln, dass die Berufung der unternehmensunerfahrenen Isabella in die Führungsspitze einem Drahtseilakt gleichkommt, aber das tun wir bei kress nicht.

In jedem Fall zeigt die Personalie, welche Bedeutung für Alfred Neven DuMont das dynastische Moment hat. Das Kölner Medienhaus gehört zu 50% seiner Familie und zu 50% den Schüttes, die im Vorstand bereits durch Christian DuMont Schütte repräsentiert werden. Isabella Neven DuMont entstammt wie Konstantin der Ehe Alfred Neven DuMonts mit Hedwig Neven DuMont, geb. von Auersperg. Ihr drittes Kind, Markus Neven DuMont, ist 1995 gestorben.

Kilz wird Aufsichtsrat

Wie bereits spekuliert, gibt es einen weiteren prominenten Zugang in Köln: Hans Werner Kilz, bis Ende 2010 Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", wird MDS-Aufsichtsrat. Der 67-Jährige startet in dieser Funktion am 1. März. Dem Aufsichtsrat gehören neben dem Vorsitzenden Alfred Neven DuMont der Rechtsanwalt Claas Kleyboldt und der Unternehmensberater Peter May an.

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