Facebook verkauft Nutzer-Posts

Mit der neuen Werbeform "Sponsored Stories" macht Facebook seine Nutzer zu Markenbotschaftern: Unternehmen können Status-Updates, "Likes" und Check-Ins bei Facebook Places in Zukunft buchen, sofern sie darin genannt werden. Die Firma strickt sich daraus schlicht eine Anzeige und platziert sie im Dunstkreis der Freunde des Urhebers.

Als Startkunden hat Facebook Starbucks, Coca-Cola, die Jeans-Marke Levi's, Unicef und Red an der Angel. Kauft ein Nutzer also eine Jeans und teilt das per Status-Update mit, darf Levi's den Post in einer Anzeige verwursten und den Freunden des Hosen-Käufers auf die Seite packen - freilich nur in den dafür vorgesehenen Anzeigenflächen am rechten Rand.

Die Anzeige beinhaltet das Profilfoto und die entsprechende News des Urhebers. Auch wenn Facebook sämtliche Privatsphäre-Einstellungen berücksichtigt, Ablehnen (Opt-Out) können Nutzer das neue Werbeformat bislang nicht. Widerstand regt sich bereits im Netz, vor allem von Nutzern, die mit ihrer Rolle als Testimonial nicht einverstanden sind.

Bislang müssen Werbekunden die Anzeigenform gesondert mit dem Facebook-Vertrieb aushandeln. Eine Einbindung in das Selbstbuchungs-Tool ist aber vorgesehen.

Die Anzeigenform soll die Relevanz der Werbebotschaft für den Empfänger erhöhen. Außerdem nehmen Konsumenten Empfehlungen von Freunden und Bekannten im Vergleich zu Werbung wohlwollend auf. Für Werbekunden bietet sich via Sponsored Stories die Möglichkeit, etwa einen Check-In in der Filiale nochmals prominent zu servieren - sollte der Freundeskreis im täglichen Meldungsfluss unachtsam daran vorbei gescrollt haben.

Allerdings - gefragt hat Facebook die Nutzer mal wieder nicht.

27.01.2011
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