Bauer macht Drohung wahr: Verlag klagt gegen Bundesverband Presse-Grosso

 

Die Bauer Media Group hat ihren Drohungen Taten folgen lassen: Ihr Tochterunternehmen Bauer Vertriebs KG hat Klage gegen den Bundesverband Presse-Grosso beim Landgericht Köln eingereicht. Das teilte der Verband am Freitag mit. Das Verlagshaus will ihn dazu zwingen, nicht länger für alle Presse-Grossisten einheitliche Konditionen mit den Verlagen zu verhandeln. Außerdem soll der Verband die Grossisten nicht mehr dazu auffordern, individuelle Verhandlungen mit der Bauer Vertriebs KG zu verweigern.

Die Bauer Media Group hat ihren Drohungen Taten folgen lassen: Ihr Tochterunternehmen Bauer Vertriebs KG hat Klage gegen den Bundesverband Presse-Grosso beim Landgericht Köln eingereicht. Das teilte der Verband am Freitag mit. Das Verlagshaus will ihn dazu zwingen, nicht länger für alle Presse-Grossisten einheitliche Konditionen mit den Verlagen zu verhandeln. Außerdem soll der Verband die Grossisten nicht mehr dazu auffordern, individuelle Verhandlungen mit der Bauer Vertriebs KG zu verweigern.

Der Grosso-Verband und der Verlag liegen schon seit Längerem im Clinch. Bauer will einen zwischen Grosso und Springer im Dezember 2010 ausgehandelten "Pilotabschluss" nicht übernehmen und verlangt stattdessen u.a. eine Absenkung der Handelsspannen um 3 Prozentpunkte (kress.de 27. Januar 2011). Das Grosso ist dazu nicht bereit, und der Verlag würde nun gerne Grosso-Unternehmen einzeln weichklopfen.

Bauer hat dem Verband vor der Klage zunächst Unterlassungserklärungen zukommen lassen, um ihn zur Aufgabe seines zentralen Verhandlungsmandats zu zwingen, doch die Grossisten wollten nicht unterschreiben: "Das zentrale Verhandlungsmandat des Grosso-Verbandes ist von allen anderen Verlagen gewünscht und nicht nur geduldet", sagte der Verbandsvorsitzende Frank Nolte Anfang Februar dem kressreport.

Der Grosso-Verband kündigt nun an, sich gegen die Klage zu verteidigen: Sie müsse "als Versuch gewertet werden, zur Erlangung einseitiger Vorteile das neutrale Pressevertriebssystem ernsthaft zu gefährden". Die mündliche Verhandlung ist für den 2. August 2011 terminiert. Bauer bedient sich in dem Rechtsstreit der Hamburger Rechtsanwaltskanzlei Harmsen Uterschen.

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