Kartellis haben Bedenken: Deutsches "Hulu" wackelt

23.02.2011
 

Rückschlag für das deutsche "Hulu". Das Bundeskartellamt hat den Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL Deutschland offenbar signalisiert, dass es deren geplante gemeinsame Onlinevideoplattform nicht genehmigen wird. Laut "FTD" (Donnerstagsausgabe) gibt es kartellrechtliche Probleme. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben beider TV-Unternehmen.

Rückschlag für das deutsche "Hulu". Das Bundeskartellamt hat den Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL Deutschland offenbar signalisiert, dass es deren geplante gemeinsame Onlinevideoplattform nicht genehmigen wird. Laut "FTD" (Donnerstagsausgabe) gibt es kartellrechtliche Probleme. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben beider TV-Unternehmen.

Angesichts der dominanten Position der Mediengruppe RTL Deutschland (RTL, Vox, Super RTL, n-tv, RTL II) und von ProSiebenSat.1  (ProSieben, Sat.1, kabel eins, sixx) im deutschen Privatfernsehen habe die Bonner Wettbewerbsbehörde offenbar strenge Auflagen für die Digitalpläne gefordert.

Das Bundeskartellamt hatte sich für die Prüfung Zeit gelassen. Ein RTL-Sprecher sagte der "FTD", dass es Gespräche gegeben habe. Ziel dabei sei eine Freigabe des Projekts auch unter Auflagen gewesen. Am Ende seien jedoch die Vorstellungen des Amtes nicht für die RTL Mediengruppe Deutschland akzeptabel gewesen.

Das Kartellamt soll den Sendergruppen nun bis zum 10. März Zeit für eine Stellungnahme gegeben haben. Diese wollen nun die Möglichkeit nutzen, eingehend Stellung zu beziehen. Legen die Kartellwächter ein Veto ein, könnten ProSiebenSat.1 und RTL dem "FTD"-Bericht zufolge auch die Gerichte bemühen.

Hintergrund: Sowohl private als auch öffentlich-rechtliche Sender sollen auf der Internetplattform TV-Inhalte wie vollständige Serien, Filme, Shows oder Nachrichtensendungen in einem jeweils eigenen Angebotsbereich präsentieren können. Geplant ist, dass Internetnutzer die Inhalte nach der Ausstrahlung im Fernsehen innerhalb einer Woche  kostenlos als Stream abrufen können. ProSiebenSat.1 und RTL sollen technische Dienstleistungen wie Hosting und Streaming für die Sender erbringen. Für die redaktionelle Betreuung und die Vermarktung ihrer Angebote seien die Sender selbst verantwortlich, so die Vorstellung. 

Ihre Kommentare
Kopf
Katrin Röder

Katrin Röder

keine Angabe

24.02.2011
!

Mit anderen Worten, man nehme einen nicht "dominanten" Sender oder konzipiert eine gemeinsame Mediengeruppe, unter deren "Dach" alle Sender ihre TV-Inhalte wie vollständige Serien, Filme, Shows oder Nachrichtensendungen in einem jeweils eigenen Angebotsbereich präsentieren können.

Warum einfach, wenn es doch immer komplizierter geht?


Manuel Gerres

Manuel Gerres

Digital Entertainment Solutions
CEO

24.02.2011
!

Sehr interessantes Konstrukt. Mit der Hosting- und Streaminghoheit eines Anbieters, verfügt dieser natürlich über größere Kontrollmechanismen - auch was die Übersicht zu Abrufen und Nutzergewohnheiten angeht. Somit verdient man am Online-Gang der Konkurrenten nicht nur mit, man hält auch die Überwachung inne. Dennocht macht die geplante Plattform im Kern Sinn. Bin gespannt auf die weitere Entwicklung.


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