Spekulation der "SZ": Springer soll nach ProSiebenSat.1 greifen

28.02.2011
 

Die Axel Springer AG soll erneut Interesse an ProSiebenSat.1 haben. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Finanzinvestoren KKR und Permira, die die Herrschaft in Unterföhring haben, könnten ihre Anteile über den Aktienmarkt verkaufen, so die "SZ". Springer könnte dann einen größeren Anteil der Aktien übernehmen und damit zum Großaktionär im Börsenkonzern ProSiebenSat.1 aufsteigen.

Die Axel Springer AG soll erneut Interesse an ProSiebenSat.1 haben. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Finanzinvestoren KKR und Permira, die die Herrschaft in Unterföhring haben, könnten ihre Anteile über den Aktienmarkt verkaufen, so die "SZ". Springer könnte dann einen größeren Anteil der Aktien übernehmen und damit zum Großaktionär im Börsenkonzern ProSiebenSat.1 aufsteigen.

Aus Verhandlungskreisen will die "Süddeutsche" erfahren haben, dass Springer durchaus gewillt sei. Geplant sei, dass sich der Verlag mit einem Anteil von rund 25% bescheidet. Axel Springer und sein Vorstandschef Mathias Döpfner bekämen so Zugang zum Fernsehen und müssten trotzdem nicht das komplette Unternehmen kaufen. Konkrete Details soll es den Kreisen zufolge in der zweiten Jahreshälfte geben.

Grundsätzlich sei zwar nichts ausgeschlossen, aber im Moment gebe es in dieser Hinsicht keine Überlegungen, wird eine Springer-Sprecherin von der "SZ" zitiert.

Axel Springer und ProSiebenSat.1 sind alte Bekannte. Springer-Boss Mathias Döpfner hatte bereits 2005 Anlauf genommen, den Fernsehkonzern zu übernehmen. Doch das Vorhaben scheiterte am Widerstand des Bundeskartellamts, der Medienaufsicht und der Politik.

Die Wettbewerbshüter würden den Fall - im Fall der Fälle - womöglich auch prüfen, wenn Springer mit unter 25% einsteigen würde, heißt es in der "SZ". Denn auch dann könnte Gefahr für den Wettbewerb bestehen.

An liquiden Mitteln soll es Springer nicht fehlen. Zudem kenne Lothar Lanz, der Finanzvorstand des Berliner Medienkonzerns, das "Münchner TV-Zielobjekt" bestens: Er war lange Zeit Vorstand von ProSiebenSat.1.

Springer bekäme dem Bericht zufolge ein "weitgehend bereinigtes Unternehmen", weil ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling kräftig gespart habe und auch weiter den Schuldenberg abtragen werde. Wegen der guten Performance des Aktienwertes winke gleichzeitig den Private-Equity-Firmen KKR und Permira ein guter Erlös.

Und dann bringt die "Süddeutsche" noch einen anderen üblichen Verdächtigen als Interessenten für ProSiebenSat.1 ins Spiel: die News Corporation von Rupert Murdoch - die müsse schließlich ihr Bezahl-TV-Unternehmen Sky Deutschland stützen.

Update: Ein Springer-Sprecher äußerte sich auf kress-Anfrage wie folgt: "Presseberichte über ein Interesse von Axel Springer an ProSiebenSat.1 sind reine Spekulation. Wir haben keine Pläne uns an der Sendergruppe zu beteiligen und führen auch keinerlei Gespräche. Die Wahrscheinlichkeit, dass Axel Springer sich an ProSiebenSat.1 beteiligt war noch nie so gering wie heute."

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