Goldregen für Aktionäre: ProSiebenSat.1 verdoppelt Gewinn

03.03.2011
 

Den Aufwind im Werbemarkt im Rücken, floriert das Free-TV-Geschäft der ProSiebenSat.1 Media AG. Die Erlöse im Inland legten im Jahr 2010 um knapp 10% auf 1,86 Mrd Euro zu, die ausländischen Sender trugen 764,2 Mio Euro (+8,4%) bei. Insgesamt kamen exakt 3 Mrd Euro Umsatz zusammen (+8,7%).

Den Aufwind im Werbemarkt im Rücken, floriert das Free-TV-Geschäft der ProSiebenSat.1 Media AG. Die Erlöse im Inland legten im Jahr 2010 um knapp 10% auf 1,86 Mrd Euro zu, die ausländischen Sender trugen 764,2 Mio Euro (+8,4%) bei. Insgesamt kamen exakt 3 Mrd Euro Umsatz zusammen (+8,7%).

Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn annähernd: Nach 146,6 Mio Euro im Vorjahr, verdiente P7S1 im abgelaufenen Geschäftsjahr 312,7 Mio Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 905,9 Mio Euro fast ein Drittel über Vorjahr.

Vor allem im letzten Quartal hat P7S1 nochmals drauf gepackt. Allein das vierte Quartal stemmte fast ein Drittel des Jahresumsatzes, das Ergebnis lag um 60% über dem Vorjahr.

Das Geschäft jenseits der TV-Sparten (Diversifikation) warf 373,2 Mio Euro ab, 4,4% mehr als ein Jahr zuvor. Binnen des vergangenen Jahres drückte P7S1 den Schuldenstand um 273,6 Mio Euro, zum Jahresende lagen die Nettofinanzschulden bei etwa 3 Mrd Euro.

"Unser Erfolg hängt nicht nur mit dem konjunkturellen Rückenwind zusammen, sondern ist auch auf die Effizienz unserer Prozesse und die richtigen strategischen Entscheidungen zurückzuführen", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling - und meint damit auch eine strenge Sparpolitik, die Gewinn stärker als die Umsätze hat ansteigen lassen.

Etwa zwei Drittel des Gewinns (rund 240 Mio Euro) will P7S1 an die Aktionäre ausschütten, die in den vergangenen Jahren eher mager abgespeist wurden. 1,14 Euro will der Vorstand an die nicht stimmberechtigten Inhaber einer Vorzugsaktie ausschütten - Analysten hatten zuvor mit weniger als der Hälfte gerechnet. Pro stimmberechtigter Stammaktie gibt's 1,12 Euro. Deren Eigener sind zu 88% die Finanzinvestoren KKR und Permira, die restlichen 12% hält die niederländische Telegraaf Media Groep.

Fit für den Ausstieg?

Fürs laufende Jahr rechnet Ebeling mit weiter guten Zahlen, sofern die Konjunktur mitspielt. Er weist aber darauf hin, dass das späte Osterfest das Werbegeschäft im ersten Quartal verhageln könnte. Fürs zweite Quartal kündigte Ebeling zudem eine Entscheidung über den Verkauf diverser ehemaliger SBS-Töchter, wie die Sender in Nordeuropa, Belgien und den Niederlanden. Die mögliche Veräußerung hatte Ebeling Ende 2010 ins Spiel gebracht, um den Schuldenberg weiter abzubauen (kress.de vom 13. Dezember 2010).

Im Raum steht derzeit wieder der potenzielle Ausstieg der Finanz-Investoren. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte jüngst über eine Platzierung der Aktien an der Börse spekuliert und als möglichen Käufer die Axel Springer AG ins Spiel gebracht (kress.de vom 28. Februar 2011).

Eine erfolgreiche Bilanz und die Aktionärs-freundliche Dividenden-Politik sind beste Voraussetzungen, die Firma an den Mann zu bringen.

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