Vom Qype-Vorbild zum Wettbewerber: Yelp will sich in Deutschland breit machen

04.03.2011
 

Das US-Bewertungsportal Yelp will sich das Revier in Deutschland nicht länger von seiner Kopie Qype streitig machen lassen. Den bisher zwei deutschen Standorten in Berlin und München sollen kurzfristig Büros in Köln und Hamburg folgen, wie Yelp-Chef Jeremy Stoppelman "FAZ" und "FTD" gleichermaßen steckte. Für die neuen Dependancen will er neue Leute anheuern.

Das US-Bewertungsportal Yelp will sich das Revier in Deutschland nicht länger von seiner Kopie Qype streitig machen lassen. Den bisher zwei deutschen Standorten in Berlin und München sollen kurzfristig Büros in Köln und Hamburg folgen, wie Yelp-Chef Jeremy Stoppelman "FAZ" und "FTD" gleichermaßen steckte. Für die neuen Dependancen will er auch Community-Manager anheuern.

Den US-Markt hat das Unternehmen bestellt - 45 Mio Nutzer monatlich kommen laut Unternehmen zusammen. "Wir sind in Deutschland noch in einem sehr frühen Stadium und haben auch nicht mit dem großen Erfolg über Nacht gerechnet", so Stoppelman zur "FAZ". Neben Deutschland, wo Yelp im Sommer 2010 startete, will das Unternehmen auch andere europäische Märkte ins Visier nehmen.

Qype, who?

Hierzulande arbeitet sich stattdessen Qype nach vorne, das als Yelp-Klon angefangen hat. "Qype ist ein Konkurrent, der entstanden ist, weil wir in Amerika Erfolg hatten"; der klassische Fall eine Silicon-Valley-Modells, das in Europa respektive Deutschland sofort kopiert wird, so Stoppelman. "Wir denken, dass wir einen eigenen Ansatz haben und damit in Amerika schon viel weiter sind als Qype hierzulande.

Der Nachahmer hat sich indes auch über Deutschland hinaus eine attraktive Stellung aufgebaut und bastelt fleißig an Produkt und Geschäftsmodell. Über eine dicke Finanzspritze hinaus hilft der Partner Vodafone Qype auch im mobilen Internet auf die Beine. Jüngst sackte Qype die Münchner Deal-Plattform cooledeals ein, um übers "Grouponing" seinem Geschäftsansatz ein einträgliches Erlösmodell beiseite zu stellen (kress.de vom 1. März 2011).

Laut Agof kommt Qype auf gut 4 Mio Unique User im Monat. Für die App meldete das Unternehmen im Dezember 1 Mio Downloads.

Prinzipiell stellen beide Angebote auf Bewertungen von lokalen Anbietern und Dienstleistern ab, die via Web oder mobil abgerufen werden. "In den gelben Seiten entscheidet, wer sich die größte Anzeige leisten kann. Auf Yelp ist entscheidend, wer die besten Bewertungen von Kunden bekommen hat", sagt Stoppelman. Das soziale Netzwerk der Nutzer ist dabei weniger entscheidend, sondern mehr die Weisheit der Vielen im Netz.

Andere Angebote wie etwa die App des Frankfurter Anbieters Dailyplaces, die ihr Angebot zuletzt mit Games-Ideen umgebaut haben, bauen mehr auf Empfehlungen aus dem persönlichen Freundeskreis der Nutzer. Schnellen Zugang zu Empfehlungen liefert auch die Großstadt-App Townster, die Infos aus Facebook absaugt.

Vorerst kein Börsengang

Im Jahr 2009 wanzte sich Google an Yelp ran und bot dem Vernehmen nach rund eine halbe Mrd US-Dollar. Yelp lehnte ab, Google machte - wie so oft - sein eigenes Ding mit der Google-Empfehlungsplattform Hotpot. Während die Jungstars der Internetszene derzeit reihenweise hohe Bewertungen einsammeln und mit dem Börsengang liebäugeln, gegenüber der "FAZ" gibt sich Yelp-Chef Stoppelman bei dem Thema noch defensiv. "Ein Börsengang kommt näher, aber sicher nicht mehr in diesem Jahr."

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