Weitere Führungskräfte auf dem Sprung: Krohn und Liesegang verlassen "Schwäbische Zeitung"

 

Erneut verlassen Führungskräfte aus Verlag und Redaktion die "Schwäbische Zeitung", Leutkirch: Nach kress-Infos sind sowohl Tobias Krohn, 38, Geschäftsführer der Region Biberach/Alb-Donau, als auch Claus Liesegang, Redaktionsleiter Ost, auf dem Sprung.

Erneut verlassen Führungskräfte aus Verlag und Redaktion die "Schwäbische Zeitung", Leutkirch: Nach kress-Infos sind sowohl Tobias Krohn, 38, Geschäftsführer der Region Biberach/Alb-Donau, als auch Claus Liesegang, Redaktionsleiter Ost, auf dem Sprung.

Krohn hat einen Ruf der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg, erhalten, den er annehmen möchte. Er soll dort zum 1. Oktober Professor für Medien- und Kommunikationswirtschaft werden. Liesegang wechselt spätestens zum 1. Oktober zum "Wiesbadener Kurier", wo er stellvertretender Chefredakteur und Deskchef wird. Sein Vorgänger Lars Hennemann übernimmt bereits am 1. September die gleiche Funktion bei der "Allgemeinen Zeitung" in Mainz. Beide Titel gehören zur Verlagsgruppe Rhein-Main.

Krohn und Liesegang sind nicht die ersten maßgeblichen Mitarbeiter, die der "Schwäbischen Zeitung" in den vergangenen zwei Jahren den Rücken gekehrt haben oder sich anschicken, das zu tun: Fast ein Dutzend Führungskräfte sind gegangen, seitdem Kurt Sabathil Anfang 2009 die Geschäftsführung in Leutkirch übernommen hat. Der prominenteste Abgang (in spe) ist der des Chefredakteurs: Ralf Geisenhanslüke wird die Zeitung in diesem Jahr verlassen (kress.de vom 25. Januar 2011). Ein Nachfolger wird gerade außerhalb des Hauses gesucht.

Die Führungskräfte aus dem Verlag, die sich für einen Abschied von der "SchwäZ" entschieden haben, sind zumeist ambitionierte Zöglinge von Sabathils Vorgänger Udo Kolb. Einige sehen unter der neuen Führung offenbar keine Aufstiegsperspektive mehr für sich und vermissen den aus alten Tagen gewohnten Gestaltungsspielraum. Der Stimmung in Verlag und Redaktion war es zudem nicht förderlich, dass Sabathil im November 2010 den Biberacher Regionalchef Ulrich Mäule wegen der Berichterstattung über einen Fall sexuellen Missbrauchs vorübergehend freistellte. Erst nach Protesten aus dem Haus und von außerhalb rehabilitierte Sabathil den Redakteur (kress.de vom 5. November 2010).

Ihre Kommentare
Kopf

Annette Vincenz und Berthold Rueß

05.04.2011
!

Als Betriebsräte der Schwäbischen Zeitung Ravensburg sind wir sehr verwundert über diesen Bericht. Es ist wohl zutreffend, dass in jüngster Zeit einige "ambitionierte Zöglinge von Sabathils Vorgänger Udo Kolb" gekündigt haben. Die meisten Redakteure sehen den neuen, offenen Stil im Haus aber überaus positiv. Beispiel: Erstmals gab es 2009 eine Mitarbeiterbefragung, die tatsächlich zu Verbesserungen führte. Unter Kolb noch undenkbar.


Henning Kornfeld

Henning Kornfeld

Medien- und Wirtschaftsjournalist

06.04.2011
!

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen! Aber wie passt Ihre These vom "neuen, offenen Stil im Haus" zum Vorgehen der Geschäftsführung im Fall Mäule? Sahen die meisten der Redakteure diesen Vorgang von Ende 2010 auch "überaus positiv"?


t.schwan

08.04.2011
!

Oh je... das erinnert mich an Sabathils Jahre bei der Ostsee-Zeitung; nach Außen hin immer einen auf Kommunikation - aber bei uns hat er sich nie blicken lassen - dafür aber mit seinen Beratern die Angestellten auf der Arbeitsebene ausgehorcht und gegeneinander ausgespielt - und nichts Vernünftiges entschieden. Chaos pur!
Am Ende war der Ladenübernahmereif - und Sabathil weg. Aber der nächste hat das Gott sei Dank früher erkannt.
Good luck schwäbische!


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