DailyDeal-Gründer Fabian Heilemann: "Wir sind in der Position, Groupon herauszufordern"

07.04.2011
 

Das Couponing-Portal DailyDeal blickt aufs Auftaktquartal 2011 zurück: In der jungen Sparte mit Reise-Gutscheinen, gestartet Mitte Februar, sind Gutscheine im Wert von 3 Mio Euro weggegangen, ein Viertel des Wertes aller DailyDeal-Gutscheine im ersten Quartal. Im Vorjahres-Vergleich hat sich die Summe mehr als verdreifacht. Parallel geht das neue Partner-Portal online und ein neuer Marketing-Chef an Bord. Das Deutschland-Geschäft stellt Gründer Fabian Heilemann (Foto) zufrieden,

Das Couponing-Portal DailyDeal blickt aufs Auftaktquartal 2011 zurück: In der jungen Sparte mit Reise-Gutscheinen, gestartet Mitte Februar, sind Gutscheine im Wert von 3 Mio Euro weggegangen, ein Viertel des Wertes aller DailyDeal-Gutscheine im ersten Quartal. Im Vorjahres-Vergleich hat sich die Summe mehr als verdreifacht.

Im Startquartal 2011 hat DailyDeal laut der eigenen Bilanz über 252.000 Gutscheine vertickt, ein Gegenwert von 13,3 Mio Euro. Letztlich bleibt davon allerdings nur ein Bruchteil in den DailyDeal-Kassen hängen: Zum einen ist der Gutschein-Wert - und damit der Erlös für DailyDeal - stark rabattiert (zwischen 50 und 90%). Zum anderen muss das Unternehmen die Erlöse abzüglich einer Provision an seine Werbepartner abführen.

Die Provision, die DailyDeal einbehält, liege stets unter 50%, sagt Fabian Heilemann, der das Portal vor knapp anderthalb Jahren mit seinem Bruder Ferry gründete, nach dem Vorbild des US-Portals Groupon. "Zudem zahlen wir einen Teil des erzielten Umsatzes garantiert an unsere Werbepartner aus", so Heilemann, der damit seinen Kooperationspartnern finanzielle Sicherheit bieten will. "In diesem Punkt unterscheiden wir uns von Groupon."

Das größte Geschäft liefern die Sparten "Gastro" und "Wellness", die je ein Drittel aller verkauften Gutscheine ausmachen. Auf die vierte Sparte "Shopping & Entertainment" entfallen etwa 20% der abgesetzten Gutscheine - allerdings mehr als ein Drittel der Einnahmen. Das Hauptgeschäft läuft zudem in der Fläche ab. Den Anteil bundesweiter Deals taxiert Heilemann auf rund 25%, darunter etwa eine Kooperation mit der Kino-Kette Cinemaxx, die eben bis Sommer 2012 verlängert wurde.

Fürs Gesamtjahr 2011 rechnet Heilemann "konservativ" mit 30 bis 40 Mio Euro, die (zunächst) in die DailyDeal-Kassen fließen sollen. "Wichtiger ist für uns aber, den Cashflow zu optimieren und profitabel zu werden", sagt Heilemann - nach wie vor hat DailyDeal die schwarze Null nicht erreicht.

Im laufenden Jahr will Heilemann vor allem die neue Reisesparte ausbauen, in der das Unternehmen Partner wie Best Western, Ramada und Mövenpick an der Hand hat, daneben aber auch neue Ufer ansteuern. "Zurzeit laufen Gespräche mit namhaften Retailern aus dem Modebereich", so Heilemann.

Helfen soll der neue Mann Kai Herzberger, der jüngst als Marketing-Chef bei den Heilemanns ins Boot gestiegen ist. Herzberger war bis ins Frühjahr 2008 über acht Jahre bei AOL, bevor er als Head of Marketing zum spanischen Shopping-Club BuyVIP wechselte, der heute zu Amazon gehört. Mode ist Kerngeschäft der Shopping-Clubs-Szene, die hierzulande von der eBay-Tochter brands4friends und dem Otto-Ableger limango dominiert wird.

Zusammen mit Groupon vereinnahme DailyDeal rund 90% des deutschen Marktes der Couponing-Angebote, rechnet Heilemann vor. Den Rest teilten sich Player wie das neue QypeDeals, das aus der Übernahme des Münchner Anbieters "cooledeals.de" hervorging (kress.de vom 1. April 2011), sowie diverse Verlags-Angebote, mit denen Verlage versuchen, ihre lokalen Werbekunden vor Groupon & Co. abzuschirmen.

Während Groupon bereits in aller Welt Stützpunkte aufbaut und zukauft, wie aktuell in Indonesien ("Disdus"), sieht sich der DailyDeal-Chef zumindest im deutschsprachigen Raum als starker Wettbewerber. "In Österreich ist es uns schon gelungen, Groupon vom Thron zu stoßen, in der Schweiz sind wir nach 'DeinDeal.ch' die klare Nummer Zwei", so Heilemann. Den Schweizer Ableger hatte DailyDeal vor einem halben Jahr gestartet (kress.de vom 14. Oktober 2010). "Diese Position ist komfortabel genug, um Groupon auch auf anderen Märkten herauszufordern." Konkret plant Heilemann Angebote in Skandinavien und den Benelux-Ländern.

Zudem hält DailyDeal ab sofort ein Partner-Portal vor, über das Bar-Betreiber und Wellness-Oasen jederzeit etwa Gutschein-Listen einsehen und eingelöste Coupons abhaken können. Die Zettelwirtschaft soll damit in Zukunft ein Ende haben. Das Angebot soll außerdem Werbe-Partnern übersichtlich Infos liefern und die Wege zu DailyDeal abkürzen.

Kritiker bezweifeln bisweilen, dass DailyDeal, Groupon & Co. ihren Kooperationspartnern nachhaltig neue Kunden zuführen - stattdessen machten sie sich die Preise kaputt, heißt es. Heilemann sieht seine Partner indes mit den DailyDeal-Diensten zufrieden. "Jeder dritte Gutscheinkäufer", sagt er, kehre innerhalb von vier Monaten wieder zu den Kooperationspartnern zurück.

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