Michaela Mielkes "Cover" im kress-Check: Opulenz, die Lust auf mehr macht

 

Fast ein Dreivierteljahr Entwicklungsarbeit hat die "Jolie"-Erfinderin Michaela Mielke, die seit August 2010 in Burda-Diensten steht, in ihre Neuentwicklung "Cover" gesteckt. Heft-Patin Penélope Cruz kann angesichts des hohen Aufwands sehr milde vom Cover lächeln, ist sie doch eine dieser Frauen, "die alles richtig machen".

Fast ein Dreivierteljahr Entwicklungsarbeit hat die "Jolie"-Erfinderin Michaela Mielke, die seit August 2010 in Burda-Diensten steht, in ihre Neuentwicklung "Cover" gesteckt. Heft-Patin Penélope Cruz kann angesichts des hohen Aufwands sehr milde vom Cover lächeln, ist sie doch eine dieser Frauen, "die alles richtig machen". Das ihr gewidmete Titel-Portrait sagt viel über Mielkes Anspruch aus. 

Von der glamourösen, aber offenbar nicht allzu zickigen Leinwand-Diva schwärmt Autor Christian Aust: "Ihr gelingt einfach alles: Karriere, Kind und Hochzeit. Mit einem Mann, den wir auch gerne hätten." So ähnlich muss sich die Heftentwicklerin ihre künftigen Leserinnen gelegentlich vorgestellt haben. Der Anspruch, zu gefallen, ist hoch; auf dem Erfolgskurs hält man höchstens für eine luxuriöse Fußmassage inne.

Ansprechen möchte Mielke laut Editorial Frauen, "die offen und neugierig sind". Ihr schweben selbstbewusste Leserinnen jenseits der 30 vor, die "sich für Mode, Designer und Trends genauso interessieren wie für spannende Menschen und deren Lebenswege". Und nach dem Durchblättern der 200-seitigen Erstausgabe (mit rund 50 bezahlten Anzeigen) muss man eingestehen: Genau diese Neugierde wird vollauf befriedigt. Dass hinter "Cover" viel Liebe zum Detail - gestalterisch wie textlich - und der unbedingte Wille zum Gehaltvollen steckt, lässt sich nicht bestreiten.

Nach der glücklosen "Alley Cat" und der weitaus erfolgreicheren, nun monatlich erscheinenden "Freundin Donna" hebt sich der erneute Testballon der umtriebigen Burda Style Group (Geschäftsführer: Henning Ecker) vom kleinteiligen Einerlei ab. "Cover" punktet nicht nur mit einer opulenten Optik und beeindruckend fotografierten Mode- und Beauty-Strecken der "Elle"- oder "Vogue"-Güteklasse, sondern vor allem mit etwas nahezu Altmodischem: wirklich lesenswerten längeren Texten.

Ihrem Anspruch, ungewöhnliche Menschen - und darunter nicht nur Vorbilder - in einfühlsamen Portraits vorzustellen, werden gleich mehrere People-Reportagen gerecht. Eine der packendsten ist jene über das "Stehauf-Model" Maggie Rizer - eine Frau, deren Stiefvater ihr gesamtes, auf dem Laufsteg verdientes Vermögen verspielte (Text: Sandra Djajadisastra). Und dass der Report über eine Frau, die jahrelang mit einem Serienmörder verheiratet war, auch im "SZ Magazin" hätte stehen können, ist kein Zufall: Er stammt vom Münchner Autor Tobias Haberl.

Doch auch die Mode-Kollegen ließen sich nicht lumpen: Für eine 16-Seiten-Strecke über neue Sommerkleider wurden als optischer Clou die schönsten Promi-Rothaarigen der Republik zusammengetrommelt - darunter "Topmodel"-Barbara Meier sowie die Schauspielerinnen Josefine Preuss, Andrea Sawatzki oder Stefanie Stappenbeck. Einfach so.

Spannend wird daher die Frage, wie sich die "Cosmopolitan"- oder "Vogue"-Herausfordererin, die sich Burda-intern zwischen "Elle" und "Bunte" einfügen wird und von letzterer sogar einen Titelzusatz "... powered by Bunte" verpasst bekommen hat, am Kiosk (EVT: 16.4.) schlägt. Mit einem Verkaufspreis von 3,00 Euro dürfte sich das Debüt nicht allzu schwer tun, wohlwollend aufgenommen zu werden. Mit dem Condé-Nast-Flaggschiff "Vogue" teilt der Titel "Cover" nicht nur die Buchstabenzahl, sondern eine nicht ganz unähnliche Typographie, natürlich aber nicht den Preis.

Auch verlagsintern hat "Cover" einflussreiche Fürsprecher: "Bunte"-Chefin und "Cover"-Herausgeberin Patricia Riekel gab sich bereits als Fan zu erkennen, als sie sagte, eine modernere Zeitschrift habe sie noch nie gesehen. Und Henning Ecker wünscht dem hoch aufstrebenden Versuchsballon einen blauen Himmel. ",Cover' wird ein Erfolg werden", wusste er bereits auf der Magazin-Vorstellung in einer Münchner Innenstadt-Bar.

Als Monatstitel könnte man sich "Cover" jedenfalls gut vorstellen, auch wenn bis dahin wie einst beim "Freundin Donna"-Testlauf noch etwas Zeit verstreichen dürfte. "Spätestens mit einer Modeausgabe im nächsten Jahr könnten wir in die Periodizität gehen", orakelte Ecker schon mal. Das hätte man klarer, vielleicht sogar eleganter formulieren können. Doch die Botschaft ist klar: Es ist gut möglich, dass auch Mielke eine dieser Frauen ist, der einfach viel gelingt.

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