Zwei junge Fans twittern für das ZDF

Dass sich auch Medien-Dinos in der neuen Social-Media-Welt zurechtfinden können, zeigt das ZDF. Der Journalist Richard Gutjahr erzählt auf seinem Blog die Geschichte von Marco Bereth, 25, und Michael Umlandt, 24: Die "beiden Jungs aus Baden-Württemberg" twittern seit Juni 2009 unter "ZDFonline" und später auch unter "ZDFneo" - zunächst ohne Wissen des ZDF. Als die Followerzahlen immer weiter steigen und ihnen die Sache zu heiß wird, wenden sie sich an das ZDF und bekommen überraschend einen Arbeitsvertrag. 

Die beiden "Ghost-Twitterer" hätten eine E-Mail an den Mainzer Sender geschickt und man habe sich schließlich auf ein Treffen verständigt. Auf dem Lerchenberg werden ihnen dann aber weder die Twitter-Konten abgenommen noch werden sie verklagt: "Die Beiden haben es uns leicht gemacht, sie zu umarmen", so Tina Kutscher, die Chefin von ZDF Neue Medien gegenüber Richard Gutjahr. "So professionell wie die Zwei twittern, könnten wir das gar nicht."

Seit dem 1. Januar 2010 seien "ZDFonline" und "ZDFneo" nun offizielle ZDF-Twitter-Konten und Marco Bereth und Michael Umlandt "offizielle Mainzelmännchen auf dem zweiten Bildungsweg".

Blogger Sascha Lobo sieht in dem Umgang des ZDF mit dem Twitteraccount "ZDFonline" eine Haltung gegenüber dem Internet, die für alle Marken, Unternehmen und Institutionen zur Chance werde. Eine der Medien-Institutionen, von der man es am wenigsten erwartet hätte, zeige mustergültig, wie mit der neuen Medienwelt umzugehen sei. "Die im Netz vorhandene Kraft mutig, fair und unverkrampft zu nutzen, selbst wenn sie zunächst gegnerisch erscheint – das ist die Art von pragmatischem Internet-Judo, die jedem Unternehmen und jedem Medium gut stehen würde", empfiehlt Lobo.

18.04.2011
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