350-Mio-Dollar-Spritze: US-Investoren übernehmen Bigpoint

26.04.2011
 

Die beiden US-Investoren TA Associates und Summit Partners kaufen für rund 350 Mio Dollar die Mehrheit am Hamburger Online-Spiele-Entwickler Bigpoint ("Battlestar Galactica"). Die Firma ist damit rund 600 Mio Dollar schwer. Gründer und Co-CEO Heiko Hubertz bleibt im Boot und hält weiterhin knapp ein Drittel der Anteile.

Die beiden US-Investoren TA Associates und Summit Partners kaufen für rund 350 Mio Dollar die Mehrheit am Hamburger Online-Spiele-Entwickler Bigpoint ("Battlestar Galactica"). Die Firma ist damit rund 600 Mio Dollar schwer. Gründer und Co-CEO Heiko Hubertz bleibt im Boot und hält weiterhin knapp ein Drittel der Anteile.

Die beiden Finanzinvestoren sitzen ab sofort im Bigpoint-Verwaltungsrat neben Hubertz und dem Vorsitzenden Simon Guild, dem ehemaligen MTV-Europa-Chef, der 2009 zu Bigpoint kam.

Unter den Verkäufern ist GMT Communications und Peacock, das Investment-Vehikel des amerikanischen Unterhaltungskonzerns NBC Universal. Wie die "FTD" berichtet, ist NBC ab sofort ganz raus. GMT hält weiterhin 2,5% der Anteile, ebenso der US-Mischkonzern General Electric, der auch an Peacock beteiligt ist. Peacock und GMT hatten die Mehrheit an Bigpoint, seit sie 2008 für 110 Mio Dollar 70% an dem Unternehmen erworben hatten.

Nach eigenen Angaben hat Bigpoint 2010 einen Umsatz in dreistelliger Mio-Höhe erwirtschaftet, ein Jahr zuvor waren es noch 52 Mio Euro. Der Gewinn lag damals bei 12 Mio Euro. Das Unternehmen, seit 2002 am Markt, seit 2007 unter dem Namen Bigpoint, hat derzeit rund 700 Leute. Die Online-Spiele der Firma laufen auf den Websites von RTL, ProSieben, MTV und MySpace.

"Wir wollen, wir müssen weiter investieren", sagt Hubertz gegenüber der "FTD" und plant in Zukunft vermehrt mobile Plattformen anzusteuern. Es sollen neue Lizenzen her, als Zugpferde für Hubertz' Online-Spiele. Zudem will er in Südamerika zukaufen, zuletzt eröffnete Bigpoint eine Niederlassung in Brasilien.

Der Online-Spielebranche werden gute Wachstumschancen eingeräumt, was die derzeit hohen Unternehmens-Bewertungen erklärt. Dabei wandelt sich schleichend das Erlösmodell. Statt Spiele-Einheiten zu verkaufen, gibt's die Games online gratis - Geld kosten virtuelle Waren, die den Spieler schneller voranbringen. Laut In-Stat gaben Online-Spieler 2010 dafür rund 7,3 Mrd Dollar aus. Neben dem Verkauf virtueller Güter sind In-Game-Werbung und Produktplatzierungen Erlösquellen.

Enormen Zulauf haben Online- und Social-Games über soziale Netzwerke wie Facebook erfahren. Platzhirsch Zynga ("Farmville"), an dem Google beteiligt ist, soll 10 Mrd Dollar wert sein. Klassische Anbieter wollen das Geschäft nicht verpassen: Disney kaufte im vergangenen Jahr Playdom (kress.de vom 28. Juli 2010) - mit weit über einer halben Mrd Dollar der bisher größte Deal der Branche. Electronic Arts (EA) sicherte sich 2009 Playfish (kress.de vom 11. November 2009). Seit Februar kooperiert der wankende Spiele-Riese EA auch mit Bigpoint (kress.de vom 28. Februar 2011).

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