"Er prägte eine ganze Journalisten-Generation": Wolf Schneider bekommt den Lebenswerk-"Henri"

26.04.2011
 

Wolf Schneider, 85, wird von Gruner + Jahr und dem "stern" für sein journalistisches und publizistisches Lebenswerk mit dem Henri Nannen Preis 2011 ausgezeichnet.

Wolf Schneider, 85, wird von Gruner + Jahr und dem "stern" für sein journalistisches und publizistisches Lebenswerk mit dem Henri Nannen Preis 2011 ausgezeichnet. Schneider ist Journalist, Sachbuchautor und Sprachkritiker.

Wolf Schneider, geboren 1925 in Erfurt, arbeitete nach dem Abitur und dem sich daran anschießenden Militärdienst zunächst als Übersetzer für die US-Army. Danach folgten Stationen bei der Nachrichtenagentur Associated Press und der "Süddeutschen Zeitung", deren Nachrichtenchef und US-Korrespondent er war.

Henri Nannen holte Wolf Schneider im Jahr 1966 nach Hamburg zum "stern", bei dem er in der Redaktion als Chef vom Dienst und später auch als Verlagsleiter arbeitete. Es folgten Stationen beim Axel Springer Verlag, unter anderem als Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt". 1978 übernahm Schneider die Leitung der gerade gegründeten Hamburger Journalistenschule, die später nach Henri Nannen benannt wurde. Nach 16 Ausbildungs-Jahrgängen übergab Schneider 1995 die Schulleitung in andere Hände. Wolf Schneider ist Autor zahlreicher Bücher, darunter mehrerer Standardwerke über die deutsche Sprache. Außerdem moderierte er viele Jahre die NDR-Talkshow. Bis arbeitet Schneider als Autor und gibt Sprachseminare, auch im Ausland.

"stern"-Chefredakteur Andreas Petzold: "Wolf Schneider prägte mit seiner Arbeit eine ganze Journalisten-Generation. Viele seiner Schüler gehören heute zu den führenden Köpfen unserer Medienlandschaft. Wolf Schneider gebührt als Publizist und als Doyen der deutschen Sprache der Henri Nannen Preis."

Gruner + Jahr und sein Magazin "stern" vergeben den "Henri" in diesem Jahr zum siebten Mal. Neben dem herausragenden Einsatz für die Pressefreiheit und einem publizistischen Lebenswerk werden die besten journalistischen Arbeiten ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr in deutschsprachigen Print- und Onlinemedien erschienen sind. Um den "Henri 2011" bewarben sich Journalisten mit 791 Arbeiten aus 196 Print- und Onlinepublikationen (in den Kategorien Reportage, Investigation, Dokumentation, Humor, Fotoreportage und Sonderpreis). Der Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.

Die von Katrin Bauerfeind und Carsten van Ryssen moderierte Preisverleihung findet am 6. Mai 2011 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg statt.

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