"Extrem unseriöses und rechtswidriges Verhalten": Sony nach Datenpanne unter Dauerfeuer

28.04.2011
 

Sony gegen den Rest der Welt. Der Mega-Datenklau in Sonys Playstation Network sorgt auch in Deutschland für Empörung. Sony hatte seine Kunden erst nach einer Woche über den Hackerangriff informiert. Mit dieser verzögerten Bekanntgabe habe der japanische Konzern "ein extrem unseriöses und rechtswidriges Verhalten an den Tag gelegt", so der Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Peter Heyers.

Sony gegen den Rest der Welt. Der Mega-Datenklau in Sonys Playstation Network sorgt auch in Deutschland für Empörung. Sony hatte seine Kunden erst nach einer Woche über den Hackerangriff informiert. Mit dieser verzögerten Bekanntgabe habe der japanische Konzern "ein extrem unseriöses und rechtswidriges Verhalten an den Tag gelegt", so der Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Peter Heyers, gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das sei ein Rechtsverstoß.

"Nach Paragraf 42a des Bundesdatenschutzgesetzes hätte Sony dies sofort veröffentlichen müssen". Deshalb müsse das Unternehmen auch für Schäden haften, die nun möglicherweise dadurch entstanden seien, dass die Nutzer nicht rechtzeitig gewarnt und informiert gewesen seien, so Heyers.

Auch Politiker wollen Sony in die Pflicht nehmen: "Ich sehe hier Sony klar in der Haftung", sagte der rechtspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer (CSU), der "Frankfurter Rundschau". Er bezeichnete es als "starkes Stück", dass der Konzern zunächst Tage gebraucht habe, den Datenklau überhaupt zu bemerken - und anschließend mehr als eine Woche vergangen sei, bevor er seine Kunden über den Fall informierte.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, hat als Konsequenz aus dem Datendiebstahl schärfere internationale Datenschutz-Standards gefordert. "Ich glaube, wir brauchen hier in diesem Zusammenhang keine anderen Gesetze", sagte er im ARD-Morgenmagazin am Donnerstag. "Wir brauchen aber stärkere internationale Instrumente, um den Datenschutz zu gewährleisten." Notwendig sei also ein sehr hohes internationales Datenschutzniveau.

Ein Kollege widerspricht Schaar: "Die Bundesregierung sollte den Fall Sony zum Anlass nehmen, das deutsche Datenschutzrecht endlich auf die Höhe der Zeit zu bringen", so Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Datenschutzzentrums Schleswig-Holstein gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Weltkonzerne wie Facebook, Google oder Sony seien in Deutschland faktisch nicht für Versäumnisse beim Datenschutz haftbar zu machen.

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