Inhalte aus 60 Jahren deutscher Fernsehgeschichte: ARD und ZDF wollen Onlinevideothek gründen

28.04.2011
 

ARD und ZDF wollen 2012 eine deutsche Onlinevideothek gründen. Der Arbeitstitel des kommerziellen Angebots ist "Germany's Gold". Nutzer sollen dort gegen Gebühr oder begleitet von Werbung "Qualitätsinhalte aus 60 Jahren deutscher Fernsehgeschichte" abrufen können, wird ZDF-Intendant Markus Schächter von der "FTD" zitiert.

ARD und ZDF wollen 2012 eine deutsche Onlinevideothek gründen. Der Arbeitstitel des kommerziellen Angebots ist "Germany's Gold". Nutzer sollen dort gegen Gebühr oder begleitet von Werbung "Qualitätsinhalte aus 60 Jahren deutscher Fernsehgeschichte" abrufen können, wird ZDF-Intendant Markus Schächter von der "FTD" zitiert. Es gehe um die Perspektive, großes Geld im Video-on-Demand-Bereich zu verdienen, so Schächter.

Mit dem Angebot soll ein zentrales deutsches Programmarchiv im Netz entstehen. Der "FTD" zufolge ist das Projekt  bei den kommerziellen Töchtern der Sendeanstalten wie ZDF Enterprises und der WDR Mediagroup aufgehängt. Nur diese dürfen laut Rundfunkstaatsvertrag privatwirtschaftliche Aktivitäten betreiben. Am Verhandlungstisch sollen auch der Rechtehändler Telepool, die Produktionshäuser Bavaria und Studio Hamburg und der Filmhändler Jan Mojto sitzen. Auch eine Beteiligung der Privatsender an dem Projekt sei denkbar. 

"Ich habe selten eine solche Euphorie erlebt wie bei den Beteiligten dieses Projekts", wird Schächter zitiert. Die Kosten sollen bei einer siebenstelligen Summe liegen.

Die groß angelegte kommerzielle Online-Videothek der gebührenfinanzierten Sender könnte das Kartellamt auf den Plan rufen. Erst kürzlich scheiterte der Versuch der Privatsender RTL, ProSieben und Sat.1 ein deutsches Hulu aufzubauen am Veto der Wettbewerbswächter. Die Sender wehren sich aber gegen das Verbot (kress.de vom 18. April 2011).

In einem Leitartikel bezeichnet die "FTD" die öffentlich-rechtliche Onlinevideothek als sinnvolle Sache, sofern sie richtig betrieben werde. Die Einnahmen solch einer Plattform dürften nicht bloß dazu dienen, Kassen zu füllen. Stattdessen sollten die Gebührenzahler entlastet werden.

Zudem dürfe die Videothek  den Markt der privaten Onlinevideoanbieter nicht verzerren. ARD und ZDF würden etablierte Video-on-Demand-Plattformen wie "Maxdome" und "Videoload" herausfordern. Das könne nicht der Rundfunkauftrag der finanziell gut gepolsterten öffentlich-rechtlichen Sender sein.

Dem Kartellamt empfiehlt die "FTD" Schächters Plan zum Anlass zu nehmen, die "falsche Entscheidung" in Sachen deutsches "Hulu" zurückzunehmen.

Ihre Kommentare
Kopf
Johannes Haneke

Johannes Haneke

STUDIO HANEKE und MATTSCHEIBE MEDIA GmbH
selbständig

29.04.2011
!

Es ist zu begrüßen, dass historische TV-Inhalte wieder für die Zuschauer verfügbar werden. So manches Schätzchen wartet in den Archiven der Öffentlich-Rechtlichen darauf, vor dem Vergessen gerettet zu werden. Aus der eigenen Erfahrung bei der Vermarktung von TV-Kultserien auf DVD weiß ich, wie stark das Interesse der Zuschauer an solchen Fernsehklassikern ist. Als Gebührenzahler frage ich mich allerdings, warum ich für diesen längst amortisierten Content nochmals Geld bezahlen soll.


Thomas

29.04.2011
!

Als Nutzer sehe ich es auf Grund der GEZ Gebühren als sehr fragwürdig an für einen Dienst, der eigentlich nur Zeitgemäß und teilweise von der Privaten Sender schon angeboten wird, nochmals Gebühren zu verlangen. Wenn dieser Dienst 2012 kommen sollte, würde ich es begrüßen wenn auch APP´s für mobile Endgeräte (Appel, Android, Bada uvm.) angeboten werden.


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.