"Schwäbische Zeitung" kommt aufs Tablet: Cleverle-Lösung für regionale iPad-App

 

Die "Schwäbische Zeitung" ist seit Donnerstag mit einer Tablet-Anwendung in Apples App-Store vertreten. "Den Süden erleben" wirbt das Blatt für sein iPad-Angebot, das pro Ausgabe 79 Cent kostet. Gemeinsam mit dpa infocom hat das Medienhaus in Leutkirch eine Lösung gefunden, die ressourcenschonend ist und trotzdem recht eigenständig gegenüber dem gedruckten Blatt daherkommt. 

Die "Schwäbische Zeitung" ist seit Donnerstag mit einer Tablet-Anwendung in Apples App-Store vertreten. "Den Süden erleben" wirbt das Blatt für sein iPad-Angebot, das pro Ausgabe 79 Cent kostet. Gemeinsam mit dpa infocom hat das Medienhaus in Leutkirch eine Lösung gefunden, die ressourcenschonend ist und trotzdem recht eigenständig gegenüber dem  gedruckten Blatt daherkommt.

"Willkommen in unserer iPad-Welt", begrüßt Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke die ersten Nutzer der App. Er wirbt, die Region am Bodensee sei mit dem Tablet in der Hand noch "intensiver" zu erleben. Das Medienhaus verfügt unter anderem über drei regionale TV-Sender und Radio-Beteiligungen und kann darum beispielsweise leicht eigene Video-Beiträge in die App einspeisen.

Das Format ist für den Medienkonsum am Abend konzipiert. Ab 20 Uhr soll die neue Ausgabe jeweils verfügbar sein. Rund 25 bis 30 Beiträge werden zusammengestellt. Neben Artikeln und Fotos aus der Zeitung und TV-Beiträgen gibt es Tablet-exklusive Inhalte wie etwa 360-Grad Fotos ("Unsere Region"). Nutzer können sich zusätzlich lokale Inhalte individuell zusammenstellen.

Die Mehrheit der ausgesuchten und für das Tablet aufbereiteten Beiträge beschäftigt sich mit Themen aus dem Verbreitungsgebiet. In der Probeausgabe geht es beispielsweise um Folgen der aktuellen Trockenheit, dem Sieg eines Startups aus Friedrichshafen gegen die Deutsche Bahn und ein städtebauliches Projekt.

Für Traditionalisten und Vollständigkeits-Fetischisten ist im Kaufpreis das E-Paper der Ausgabe vom Folgetag enthalten. Ein reines E-Paper sei von Anfang an nicht infrage gekommen, sagt Geisenhanslüke zu kress. "Das ist eine Einbahnstrasse." Die Navigation durch die Ausgaben ist denkbar einfach - von links nach rechts, ausschließlich. Selbsterklärend solle die Anwendung vor allem sei, sagt Geisenhanslüke. 

Die Regional-App ist die erste große Tablet-Anwendung, die dpa infocom als Dienstleister mit seiner neuen "dpa epublishing suite" begleitet hat. "Das Ziel ist größtmögliche multimediale Flexibilität bei niedrigstmöglichem redaktionellen Aufwand", sagt dpa infocom-Chef Meinolf Ellers zu kress. Das insgesamt dreiköpfige Team der "SZ" wird von Anouk Joester geleitet.

Mit anderen Worten: Der Aufwand, den beispielsweise die "Frankfurter Rundschau" mit ihrer vielgelobten App treibt, ist von vielen Zeitungshäusern nicht zu leisten. Dennoch sollten Apps eine eigenständige Anmutung und Multimedia-Inhalte, soweit möglich, mitbringen. Dpa will mit der Cleverle-Lösung für die "Schwäbische Zeitung" Nachfolgeaufträge an Land ziehen.

Hartgesottene iPad-Nutzer werden bei der Anwendung, die von der Berliner Agentur KircherBurkhardt mit entwickelt und konzipiert wurde, keine neuen bahnbrechenden Funktionen entdecken. Doch für die Klientel ist die App auch nicht gemacht. Die Tatsache, dass sich jetzt auch innovationsfreudige Regionalverlage auf das Tablet-Terrain wagen, ist ein Beleg dafür, dass die Geräte mehrheitsfähig werden. Eine Überschrift der Erstausgabe lautet vielversprechend: "Tippen, Wischen, Staunen."

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.