Das wichtigste Gesicht von CNN: Wolf Blitzer adelt Facebook

 

Ritterschlag für die Generation Facebook: Wolf Blitzer, CNN-Newsanchor der ersten Stunde und ausgewiesener Nahost-Experte, nutzte seinen Auftritt bei der Verleihung des CNN Journalist Award für ein Loblied auf die mit der TV-Berichterstattung konkurrierenden Digital-Medien. "Meine Bewunderung gilt der jungen Generation in Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen und Bahrain", sagte er. "Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert." 

Ritterschlag für die Generation Facebook: Wolf Blitzer, CNN-Newsanchor der ersten Stunde und ausgewiesener Nahost-Experte, nutzte seinen Auftritt bei der Verleihung des CNN Journalist Award für ein Loblied auf die mit der TV-Berichterstattung konkurrierenden Digital-Medien. "Meine Bewunderung gilt der jungen Generation in Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen und Bahrain", sagte er. "Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert." 

Blitzer, der stoisch die nicht immer pointensichere Flapsigkeiten von Moderator Cherno Jobatey ertrug (und vieles zum Glück nicht übersetzt bekam), outete sich bei der Preisverleihung in München als Medien-Junkie von Kinderbeinen an und schwärmte von einem Beruf, der Journalisten einen "Sitz in der ersten Reihe der Weltgeschichte" ermöglicht.

Im Interview verriet er zudem, dass er sich bislang von seinen Mitarbeitern in die Urlaub stets mit einer Vorbedingung verabschiedete hatte: "Ruft mich nicht an - außer sie haben Osama Bin Laden geschnappt". Die Breaking-News, die auch CNN derzeit in Atem hält, erreichte ihn aber diesmal in seiner Küche, wo er ein Eishockey-Spiel verfolgte. Und zwar exakt an derselben Stelle, wo er im September 2001 von den Anschlägen aufs World Trade Center erfuhr. Spooky, Herr Blitzer.

Mutige Recherchen unter Wettmafia-Bossen

Mit magischen Momenten und der Verführung durch große Inszenierung hat dagegen Benjamin Best wenig am Hut. Für seine mutige Radio-Reportage "Tor, Sieg, Betrug - Wettmanipulation im Sport", die er als freier Autor für WDR 5 erstellt hatte und dazu sehr aufwendige Recherchen in finsteren Mafia-Kreisen zwischen Amerika, Europa und Asien durchführen musste, wurde er mit dem Ehrentitel "CNN Journalist of the Year 2011" gekürt. Die Jury unter Vorsitz des künftigen stellvertretenden "stern"-Chefredakteurs Dominik Wichmann hatte diesmal aus über 300 Einreichungen auszuwählen.

Sein Beinahe-Kollege, der langjährige G+J-Chefredakteur Klaus Liedtke, unter anderem einst in Diensten von "stern" und "National Geographic Deutschland", nutzte die prominent besuchte Gala in München, um für einen eigenen rührigen Journalistenpreis zu trommeln. Unter dem Motto "Investigate!" fördert ein honoriger Sponsoren-Verein, unterstützt von Roland Berger und Audi, aufwendige, zeit- und kostenintesive Recherchen mit einer Finanzspritze von 25.000 Euro.

"Existierte eine rote Liste für bedrohte geistige Kulturgüter, dann gäbe es gute Gründe, den Qualitätsjournalismus auf diese Liste zu setzen", sagte Liedtke und kündigte an, vor allem freie Autoren im Sinne eines Mentoren-Netzwerks zu unterstützen. "Wir wollen die jeweiligen Berichte einer größtmöglichen Öffentlichkeit zuführen." Eine Web-Site der "Investigate!"-Stiftung befindet sich derzeit im Aufbau.

Die weiteren CNN Journalist Awards gingen an Frederik Obermaier ("Zeit Campus", Kategorie Print), Marc Röhlig und Simon Kremer (Soukmagazine.de, Kategorie Online) sowie Sebastian Kuhn (Arte, Kategorie TV).

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